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Das Beethovenfest Bonn unter der künstlerischen Leitung von Nike Wagner ist vorbei, es dreht sich aber weiterhin alles um den beürhmtesten Sohn dieser Stadt. "Beethoven über alles" wie unser Archivbild zeigt. Doch es gibt auch Neues.


Alles dreht sich um den großen Beethoven  -  Zu seinem 250.Geburtstag sind 1000 Veranstaltungen  vorgesehen

Am 16. Dezember begann das offizielle Jubiläumsjahr an-läßlich des 250. Geburtstages von Ludwig van Beethoven.  Unter der Dachmarke „BTHVN2020“ werden ein Jahr lang bis zum 17. Dezember 2020 ca. 300 Projekte mit tausenden Veranstaltungen realisiert.Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.


Der in Kooperation mit dem Beethoven-Orchester Bonn gestaltete Festakt zum Jubiläumsjahr fand am 16. Dezember im Opernhaus des Theaters Bonn statt. Es musizierte das Beethoven-Orchester Bonn unter seinem Generalmusik-direktor Dirk Kaftan, Bild rechts. 

Beethoven hat 22 Jahre in Bonn gelebt. Hier ist er zur Schule gegangen, lernte sein erstes Instrument, nahm eine Stelle im Orchester an und komponierte seine ersten Werke. Eines davon ist das „Ritterballett“, die Musik zu einem Maskenball, die am Karnevalssonntag 1791 in Bonn uraufgeführt wurde. Das Familienkonzert am 23. Februar 2020 – ebenfalls ein Karnevalssonntag – in der Aula der Universi-tät Bonn soll diese Uraufführung nachempfinden.


Schon zur Zeit Beethovens feierten die Menschen übrigens den Karneval ausge-lassen auf den Straßen und in Festsälen. Besonders beliebt waren damals prunk-voll ausgerichtete Maskenbälle, auf denen sich die Gäste mit ausgefallenen und originellen Kostümen überboten. Genau wie heute! "Mem Ludwich op dä Maskenball" ist daher auch das Motto des neuen Sessionsordens des Rhein-Sieg-Kreises 2019/2020. Mehr Karneval geht nicht!

Beethoven ist einer der meistgespielten Komponisten der Welt. Und wer bei dem Programm des Jubiläums nur an Klassik denkt, hat weit gefehlt. Das Jahr steht unter dem Motto „Beethoven neu entdecken“ und reicht von deutschlandwei-ten Konzerten über Talkveranstaltungen bis zu Ausstellungen, Theaterstücken, Bürgerfesten und Open Air Events. Mitte Dezember wurde auch  das erweiterte und komplett neu gestaltete Beethoven-Haus  (Bild) feierlich eröffnet. 

Schon jetzt ein Beethoven-Rundgang feierlich eröffnet

Als Vorbote des Jubiläums wurde schon im Oktober der Beethoven-Rundgang eröffnet, der als feste Installation auch über den Geburtstag des berühmten Komponisten hinaus, nachhaltig erhalten bleiben wird.


Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, über den neuen Rundgang: „Dank des gelungenen Konzepts und der interaktiven Elemente wird Beethoven an authentischen Orten in Bonn und der Region in seinen vielen Facetten als Mensch und Komponist erlebbar. Der Rundgang ermöglicht Men- schen jeden Alters, unseren berühmten Sohn näher kennenzulernen.“

Auch Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, ist begeistert: „Der neue Beethoven-Rundgang zeichnet an elf Stationen im Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises die Wege und Verbindungen Ludwig van Beethovens in das heutige Kreisgebiet nach. Er lädt dazu ein, diesen Spuren nachzugehen und dabei Landschaften, Menschen und Strukturen zu entdecken, die großen Einfluss auf Ludwig van Beethoven hatten.“

Die im Auftrag der Beethoven Jubiläums GmbH von Monika Müller-Rieger (Müller-Rieger GmbH) entworfenen Informationssäulen sind 2,5 m hoch und geben in Schrift, Bild und Ton einen interessanten Einblick in das Leben und Wirken Ludwig van Beethovens in seinen 22 Bonner Jahren. So lassen beispielsweise an sieben Stationen in Bonn dreisprachige Animationsfilme, Informationstexte und Fotos Beethoven lebendig werden.

Im Stadtgebiet stehen insgesamt elf Informationssäulen des Beethoven-Rund-gangs „BTHVNstory“ – darunter an dem erst vor wenigen Tagen neu eröffneten Shop des Beethoven-Hauses, der langjährigen Wohnstätte des Komponisten, vor dem Breunigschen Haus, wo der junge Beethoven als Hausfreund ein- und aus-ging, vor der Remigiuskirche und am Fuße der bereits 1845 zu seinen Ehren eingeweihten Beethoven-Statue auf dem Münsterplatz. Der Rundgang ist auf etwa zwei Stunden angelegt.
Unter dem Namen „BTHVNregion“ wurden elf weitere Stationen im Rhein-Sieg-Kreis errichtet. Sie umfassen Ausflugsziele Beethovens, wie den Petersberg oder den Drachenfels, aber auch die Benediktiner-Abtei Michaelsberg, wo er als Elf-jähriger gern auf der Orgel musizierte. Der Rundgang reicht bis Rheinbach und Hennef und illustriert den Wirkungskreis Beethovens.

                         Fotos: BTHVNregion: Stele Drachenfels Beethoven Jubiläums GmbH

In Bonn im 1.Halbjahr schon 7,1 Prozent mehr Besucher 

Die meisten ausländischen Gäste kamen aus den USA und aus Großbritannien

Die gestiegenen Zahlen für das erste Halbjahr 2019 für die Stadt Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis zeigen, dass die Region für Besucher und Tagungsgäste ein attraktives Ziel ist. Durch eine stetige Profilierung im Natur- und Kulturtourismus sowie im Geschäftsreise- und Tagungsbe-reich soll die Marktposition weiter qualitätsorientiert ausgebaut werden.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 haben insgesamt 1 455 371 Gäste in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis übernachtet. Das ist ein Plus von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahlen wurden soeben vom Landesamt NRW veröffentlicht.


In Bonn gab es bei den Übernachtungen eine Steigerung von 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt lag die Anzahl der Übernachtungen im ersten halben Jahr damit bei 820 331. Die meisten ausländischen Gäste kamen aus den USA mit 16 982 (9,9 Prozent Anteil an allen ausländischen Gästen), aus dem Vereinigten Königreich 14 831 (8,6 Prozent Anteil) und aus den Niederlanden 13 271 (7,7 Prozent Anteil). Im Durchschnitt blieben die Gäste 1,9 Tage in Bonn. Oberbür-germeister Ashok Sridharan zeigt sich zufrieden: „Wir sind mit den Übernachtungszahlen auf einem guten und stabilen Niveau ins Jahr 2019 gestartet. Das ist sicher nicht zuletzt den vielfältigen und vor allem hochkarätigen kulturellen Angebo-ten in Bonn geschuldet. Jetzt schauen wir auf das Beethovenjahr, das am 16. Dezember 2019 beginnt und bis zum 17. De-zember 2020 andauert. Ich bin sicher, dass die zahlreichen attraktiven Veranstaltungen und die Neugestaltung des Beetho-ven-Hauses einen hohen Zuspruch auch internationaler Gäste mit sich bringen wird.“  -  Im Rhein-Sieg-Kreis gab es bei den Übernachtungen von Januar bis Juni 2019 ein leichtes Plus von 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.



Sanierung der Beethovenhalle dauert mindestens noch drei Jahre -
Dann ist das Beethoven-Jubiläum vielleicht längst vergessen ...

Die Modernisierung stockt -  Neue Kostenprognose: Vielleicht 160 Millionen Euro

"Die Arbeiten auf der Baustelle Beethovenhalle schreiten voran". So meldete es die Stadt Bonn noch im Juni des vergangenen Jahres in einem "aktuellen Bericht zur denkmalgerechten Instand-setzung der Beethovenhalle". Und mancher Beet-hoven-Fan glaubte schon an Wunder. Doch schon bald folgten neue  Rückschläge. Bevor die Halle einmal wieder so in Takt ist wie dieses alte Bild zeigt (links), wird wohl noch viel Zeit vergehen.


Die denkmalgerechte Instandsetzung und Moderni-sierung der Beethovenhalle stockt total. Der bisheri-ge Zeitplan gilt nicht mehr, eine Nutzbarkeit der Beethovenhalle wird frühestens 2022 gegeben sein. Wenn das Beethoven-Jubiläum längst vorbei ist. Und die Kosten laufen davon. Jetzt spricht man schon von 160 Millionen. Ursprünglich waren 61,5 Millionen Euro bei Fertigstellung Ende 2018 geplant.

Wie Stadtdirektor Fuchs mitteilte, hat der Objektpla-ner jetzt sein Projektteam umgestellt und aufge-stockt. Für die vorhandenen qualitativen Probleme, u.a. bei der Steuerung der Baustelle, beim Termin-plan-Management und bei der Koordination der Pla-nungsleistungen wird nach Lösungen durch Verände-rung von Verträgen gesucht. Das Dach über dem gro-ßen Saal ist nicht stabil genug, um die notwendige Lüftungstechnik zu tragen. Die bestellte Lüftungsan-lage sei etwa doppelt so schwer wie geplant heißt es. Angesichts der notwendigen Neuausschreibungen geht der Projektsteuerer derzeit von einer Fertigstel-lung im Jahr 2022 aus. Wie sich die Kosten entwic-keln, lasse sich derzeit nicht absehen. Medienberich-te zufolge werden es wohl mehr  als die bisher prog-nostizierten 102 Millionen Euro sein  – ursprünglich waren 61,5 Millionen Euro bei Fertigstellung Ende 2018 geplant.

                      Foto: Giacomo Zucca /Bundesstadt Bonn

Internationale Astronomische Union nimmt Bonner Universitätsgebäude in Liste auf

Alte Sternwarte gehört nun zum astronomischen Erbe

Die Internationale Astronomische Union hat die Alte Sternwarte der Universität Bonn in die Liste „Out-standing Astronomical Heritage“ (bedeutendes astronomisches Erbe) aufgenommen. Die Entschei-dung fiel bei der Jahrestagung der Union in Wien. Das Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert und beherbergt derzeit das Graduiertenzentrum der Universität.                  Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

Der berühmte Astronom Friedrich Wilhelm August Argelander (1799-1875) begründete die Sternwarte in Bonn, die sich in der Südstadt in der Poppelsdorfer Allee 47 befindet.Ausgestattet wurde der Neubau mit rund einem Dutzend kostbarer astronomischer Gerä-te, darunter Teleskope, astronomische Pendeluhren und Barometer. Das so genannte Heliometer ist ein beliebter Blickfang im Universitätsmuseum.

Das Bonner Bundesviertel erhält künftig ein neues Gesicht -
Bus und Bahn, Fußgänger und Radfahrer sollen dominieren 

Erste Planungen werden der Öffentlichkeit und großen Arbeitgebern vorgestellt

Als eine urbane Mitte mit einem Mix aus Arbeiten und Wohnen, belebten Plätzen, einigem Grün, vielfältigen Wegeverbindungen und genutzten Dachterrassen stellt sich das Planungsbüro Cityförster aus Hannover die Zukunft des Bundes-viertels in Bonn vor. Das Auto soll eine untergeordnete Rolle spielen; Bus und Bahn, Fußgänger und Radfahrer dominieren. Der Entwurf von Cityförster stellt die Grundlage für die so genannte Rahmenplanung für das Bundesviertel dar, die im Herbst der Öffentlichkeit präsentiert worden ist. Ziel ist es, das Quartier städtebaulich zu ordnen und für künftige Ansprüche weiterzuentwickeln.

Das etwa 481 Hektar umfassende Bundesviertel liegt zwischen der Bonner Innen-stadt und Bad Godesberg. Nach der Festlegung von Bonn als Bundeshauptstadt im Jahr 1949 wurden in den 50er Jahren erste Ministerien und Einrichtungen ge-baut, ab 1975 wurde die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme "Bonn - Parla-ments- und Regierungsviertel" umgesetzt. Im Anschluss an den Bonn-Berlin-Be-schluss im Jahr 1991 wurden die Planungen für das Gebiet modifiziert. Das Bun-desviertel ist mit circa 1,2 Millionen Quadratmetern Bürofläche der mit Abstand wichtigste Büroteilmarkt in Bonn.


Bild: Oberbürgermeister Ashok Sridharan studierte erste Entwürfe.