Im Blick Rheinberg, Köln, Bonn & Leverkusen

Das ist ohne Zweifel ein Höhepunkt des Jahres:  Der Kunstpalast Düsseldorf zeigt Christo. Die Ausstellung zeichnet die kunsthistorische Entwicklung von Christo und Jeanne-Claude seit Mitte der 1950er Jahre bis heute nach. Die Ausstellung dauert noch bis zum 22.Januar des nächsten Jahres. -  Unser Bild zeigt Christo und Jeanne-Claude vor dem verhüllten Reichstag, Berlin, 1995              © Christo and Jeanne-Claude Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn, 2022.   Foto: Wolfgang Volz

DÜSSELDORF: Die Attraktion des Jahres im Kunstpalast -
"Christo und Jeanne-Claude. Paris. New York. Grenzenlos"

7. September 2022 bis 22. Januar 2023


Die Ausstellung präsentiert in 10 Themenräumen die wichtigsten Projekte des Künstlerpaares – vom Eisernen Vorhang in Paris 1962 bis zur noch nicht verwirklichten Mastaba in Abu Dhabi. Sie beginnt mit Christos Frühwerk und seinen ersten künstlerischen Arbeiten in Paris. Hier kam der 1935 geborene, an der Kunstakademie Sofia ausgebilde-te und aus Bulgarien geflohene Christo Vladimirov Javacheff in Kon-takt mit den Werken verschiedener internationaler Kollegen.


Seit Ende der 1950er Jahre pflegte Christo Kontakte zu Galerien und Sammlern im Rheinland. Er freundete sich mit Nam June Paik, Joseph Beuys und den ZEROKünstlern Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker an. In Köln fand 1961 in der Galerie Haro Lauhus Christos erste Einzelausstellung überhaupt statt. 1963 präsentierte er in der Düssel-dorfer Galerie Schmela Verhüllter VW-Käfer, ein Jahr darauf die Werk-gruppe Ladenfronten.


Zu den Bildern: Mein Kölner Dom, verhüllt (Projekt für Köln), 1992; Lithographie mit Collage aus Stoff, Bindfaden, Heftklammern und Stadtplan mit Kohle-, Blei- und Buntstift überarbeitet; 56 x 71 cm; Sammlung Ingrid & Thomas Jochheim © Christo and Jeanne-Claude Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn, 2022; Foto: Archiv Christo and Jeanne-Claude Foundation.
Und: Verhüllter Reichstag, Berlin, 1971 – 95 © Christo and Jeanne-Claude Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn, 2022; Foto: Wolfgang Volz

Im Käthe Kollwitz Museum:  Satire für die Bonner Republik

Eine Sonderausstellung für das bekannteste Satireblatt der Wirtschaftswunderjahre 

1. Juli – 13. November 2022
Wie ein Phönix aus der Asche erschien seinerzeit im Nachkriegsdeutschland die Wochenzeitschrift SIMPLICISSIMUS neu und lieferte in Wort und Bild kritische Kommentare und vergnügliche Glossen zu Sitten und Unsitten, Hoffnungen und Ängsten der jungen Bundesrepublik.


Noch bis 13. November 2022 steht das bekannteste Satireblatt der Wirtschaftswunderjahre nun im Fokus einer Sonderausstellung. Titelblätter, Zeichnungen und Lithographien aus den Jahren 1954 bis 1967 entführen in eine noch gar nicht so lang vergangene Epoche – und weisen auf Parallelen zum heutigen Weltgeschehen. Die Ausstellung ist verlängert worden.

„50 JAHRE HÖHNER“ – Die Jubiläumsausstellung im Maritim-Hotel

Ausstellung des Kölnisches Stadtmuseum
31. August 2022 bis 12. Februar 2023


Die Höhner werden fünfzig. Das Kölnische Stadtmuseum feiert die Kölner Band daher mit einer großen Sonderausstellung im Maritim Hotel Köln.

1972 sorgte die Band unter dem Namen „Ne Höhnerhoff“ erstmals für Stimmung auf den Bühnen und in den Sitzungssälen – damals noch als federwerfendes Quartett im Hühneroutfit. Heute sind sie deutschlandweit bekannt und spätestens seit „Viva Colonia“ internationale Botschafter kölschen Lebensgefühls. Ihre Reisen führten sie weit über Köln hinaus: bis China, Brasilien, Kuba und die USA. Als erste europäische Band spielten sie sogar auf der chinesischen Mauer.

Die Höhner beweisen dabei immer wieder aufs Neue, dass sie musikalisch echte Allroundtalente sind: beispielsweise mit ihrer legendären „KomZert“-Reihe im Kölner Millowitsch-Theater, in der Zirkusmanege der „Höhner Rockin‘ Roncalli Show“ oder mit ihren „Höhner Classic“-Abenden in der Philharmonie. Bewundernswert ist aber auch das große gesellschaftliche Engagement der Höhner. Der tatkräftige Einsatz für die „AG Arsch Huh“, das „LObby-REstaurant“ des Kölner Arbeitslosenzentrums und viele weitere soziale Projekte gehören zu den Herzensangelegenheiten der Höhner.

Die Jubiläumsausstellung im Maritim Hotel Köln nimmt die Besucher*innen mit auf eine außergewöhnliche Zeitreise – mit einzigartigen Exponaten aus dem Privatbesitz der Bandmitglieder und deren persönlichen Erinnerungen.

SUSANNA - Bilder einer Frau vom Mittelalter bis MeToo

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
28. Oktober 2022 bis 26. Februar 2023

Mit der weltweit ersten Ausstellung zur biblischen Susanna in der Kunst widmet sich das Wallraf-Richartz-Museum im Winter 2022/23 einer Erzähl- und Bildtra-dition, die auch vor dem Hintergrund der MeToo-Bewegung kaum aktueller sein könnte: „SUSANNA - Bilder einer Frau vom Mittelalter bis MeToo“ zeigt ein-drucksvoll, wie Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt schon seit Jahrhun-derten in Malerei und Graphik verhandelt werden. Die biblische Erzählung von der Nötigung der Susanna durch zwei alte Richter übt schon seit der Spätantike großen Einfluss auf die Kunst aus. Die Kölner Sonderausstellung belegt dies mit hochklassigen Werken von u.a. Artemisia Gentileschi, Anthonis van Dyck, Rem-brandt, Eugène Delacroix, Édouard Manet und Lovis Corinth sowie beeindruck-enden Arbeiten von zeitgenössischen Künstlerinnen wie Kathleen Gilje, Heike Gallmeier und Zoe Leonard.

In dem Kabinett „Hitchcocks Susanna“ wirft die Ausstellung zudem einen spannenden Blick auf Alfred Hitchcock und sein Meisterwerk „Psycho“ (1960), in dem der Voyeur und Mörder sein heimliches Guckloch mit dem Gemälde „Susanna und die Alten“ von Willem van Mieris aus dem Jahr 1731 verdeckt.

Das Kölner Stadtmuseum zieht aus und in einem Modehaus ein


Das Kölner Stadtmuseum (Bild links) zieht nach einem irreparablen Was-serschaden aus dem Jahr 2017 um. Das Museum teilte mit: "Wir  verlassen die Gebäude in der Zeughausstraße und ziehen in das ehemalige Modehaus Franz Sauer. Voraussichtlich im Herbst 2022 wird unser Museum dort, in der Minoritenstraße 13, neu eröffnet!"

Und weiter:" Wir ändern nicht nur unseren Standort, sondern das gesamte Museumskonzept: Freuen Sie sich auf eine innovative Dauerausstellung, die die Geschichte der Stadt Köln mit all ihren Facetten, Widersprüchen und unterschiedlichen Perspektiven ganz neu erzählt wird."

Nicht nur die Büros werden umziehen, auch alle im Museum gelagerten Objekte, die Bibliothek mit rund 50.000 Medien, die umfangreiche Gra-phische Sammlung, die Restaurierungswerk-stätten und vieles mehr.

Das Modekaufhaus (Bild links) wurde 1986 für das Familienunternehmen Franz Sauer  erbaut.
Bis zur Geschäftsaufgabe 2016 bot das renom-mierte Bekleidungsgeschäft auf fünf Etagen hochpreisige Damen- und Herrenmode an.


25 Jahre  –  das Deutsche Museum Bonn erfindet sich gerade neu!

»Mission Künstliche Intelligenz – erleben, verstehen, mitgestalten«: Unter diesem Motto erfindet sich das Deutsche Museum Bonn in seinem Jubiläumsjahr neu! Nach 25 Jahren macht die Bonner Dependance des Deutschen Museums in München die ersten Schritte auf dem Weg zum zentralen Erlebnisort für Künstliche Intelligenz in NRW. Das Deutsche Museum Bonn will damit seine Rolle als lebendiges Haus der Wissenschafts- und Technikvermittlung mit hoher gesellschaftlicher Relevanz ausbauen und stärken.

Die Künstliche Intelligenz stellt unsere Gesellschaft vor noch nie dagewesene Herausforderungen, die viele Fragen aufwerfen. KI beeinflusst schon heute eine Vielzahl von Lebensbereichen. Wie bei vielen Innovationen zuvor werden auch die neuen KI-basierten Technologien von großen Erwartungen, Vorurteilen und Ängsten begleitet. Bislang fehlt den Menschen ein zentraler Erlebnisort für die Vermittlung der Künstlichen Intelligenz mit all ihren Chancen und Risiken.

Um eine solche neutrale und kompetente Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in NRW zu etablieren, richtet sich das Deutsche Museum Bonn neu aus: von der Ausstellung zeitgenössischer Technikgeschichte in aller Breite zu einem dynamischen Ort der Vermittlung und des Dialogs rund um das Schwerpunktthema KI. Dies unterstützen jetzt gleich zwei Partner: das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalens und die Dr. Hans Riegel-Stiftung.


Seit fast 25 Jahren entwickelt das Deutsche Museum Bonn immer wieder neue besucherorientierte Formen der Wissens- und Wissenschaftsvermittlung und hat damit inzwischen rund 2,5 Millionen große und kleine Gäste begeistert. Mit seinem breit gefächerten Angebot von Ausstellungen und Workshops hat es sich zum führenden außerschulischen Lernort für naturwissenschaftlich-technische Bildung im Rheinland entwickelt und damit zu einer wichtigen Brücke zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit.


Bild links: Der Bonner Roboter »Rhino« markiert einen Meilenstein auf dem Weg zum Autonomen Fahren. Er lernte im Museum buchstäblich „das Laufen“ bzw. sich selbst im Raum zu bewegen – dank des Einsatzes Künstlicher Intelligenz.
                                                                                Foto: Deutsches Museum/Lichtenscheid


RheinRomantik in einer umfangreichen Sammlung im Siebengebirgsmuseum  

Königswinter hat eben mehr zu bieten als nur den Drachenfels

Königswinter, der Drachenfels

und das Siebengebirge – diese klangvollen Namen stehen für Höhepunkte des Landschaftser-lebnisses am Rhein. Das Sieben-gebirgsmuseum in Königswinter stellt diese Rheinlandschaft in den Mittelpunkt. Eine besondere Facette stellt die Entwicklung des Rheintourismus zwischen Kunst und Kommerz dar.

Mit rund 500 Kunstwerken ist die private Sammlung RheinRomantik eine der wichtigsten deutschen Sammlungen zur Entwicklung der Malerei im Rheinland im 19. Jahrhundert. Die Sammlung konzentriert sich auf die Düsseldorfer Maler-schule, auf englische Aquarelle und frühe Koblenzer Künstler. Hier werden regel-mäßig Teile der Sammlung RheinRomantik zu ausgewählten Themen der rheinischen Kulturlandschaft gezeigt.

Die Ausstellung nimmt den Besucher mit auf eine Reise. Hier erfährt er, was ein Reisender im 19. Jahrhundert in seinen Koffer packte, wie er unterwegs war und wo er logierte. Damals moderne Verkehrsmittel wie ein Dampfschiff kann man ebenso bewundern wie den bis heute populären Eselritt auf den Drachenfels.


Im Haus der Geschichte Bonn:  "Deutschland seit 1945"

Die Ausstellung ist internationaler und emotionaler geworden


Die Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn "Unsere Geschichte. Deutschland seit 1945" ist internationaler und emotionaler geworden und mit neuen Objekten noch aktueller geworden. Bundespräsident Steinmeier hatte das Museum für Zeitgeschichte erst im Dezember 2017 wiedereröffnet.

Die revolutionären Umwälzungen in Osteuropa und der DDR sowie der deutsche Wiedervereinigungsprozess bilden einen neuen Schwerpunkt auf Basis des gegenwärtigen Kenntnis- und erheblich verbesserten Objektlage. Der Service-roboter "Eva" und eine Paketdrohne stehen für die neuen Technologien. Trüm-merteile vom World Trade Center in New York zeigen die Gewalt des terroris-tischen Angriffs am 11. September 2001. Ein Boot aus dem Mittelmeer, das der Kölner Kardinal Woelki nach Deutschland holte und dem Museum überließ, steht gemeinsam mit anderen Ausstellungsstücken für die Massenflucht nach Europa - eines der wichtigsten Themen der Gegenwart und Zukunft. Originalobjekte, anschaulich in Szene gesetzt, erzählen "Unsere Geschichte". - Der Plenarsaal des Deutschen Bundestags in Bonn, ein Kino und eine Eisdiele aus den 1950er Jahren gehören ebenso wie eine Kaufhausfassade aus der Wirtschaftswunderzeit zu den attraktiven Ausstellungseinheiten.