Im Blick Rheinberg, Köln, Bonn & Leverkusen

A 555  -  Die "Diplomaten-Rennbahn" wird 90 Jahre alt - 
Die erste deutsche Autobahn feiert Geburtstag

Sie hat Geschichte(n) geschrieben und mindestens genauso viel Geschichte transportiert: Die heutige A555 zwischen Köln und Bonn feiert in diesem Jahr (6.August) ihren 90. Geburtstag. Sie ist Deutschlands älteste öffentliche Auto-bahn, und damit der deutliche Beweis, dass nicht die Nationalsozialisten die Väter der Autobahn sind, sondern honorige Herren vor ihnen. Der Autofan und Oberbürgermeister der Stadt Köln, Konrad Adenauer, sein Bonner Pendant Wilhelm Lürken und Johannes Horion, Landeshauptmann der Rheinprovinz,  haben den Bau der 20 Kilometer langen Kraftwagenstraße zwischen Köln und Bonn forciertn und  trotz wirtschaftlich prekärer Lage in Auftrag gegeben.

Immer wieder vergessen:  Konrad Adenauer war die Triebfeder

Die gewieften Politiker schaffen es, rund die Hälfte der Kosten von 8,6 Millionen Reichsmark (heute rund 31 Millionen Euro) aus Berlin zahlen zu lassen. Sie ver-kauften ihre Arbeit nämlich als Notstandsarbeit. Die 5540 eingesetzten Arbeitslo-sen erhiellten ihren Lohn aus der Erwerbslosenfürsorge. Wer sich gegen die Arbeit sträubte, erhielt keine Stütze. Und damit die Arbeiter möglichst lange beschäftigt waren, wurden Bagger und Förderbänder verboten, lediglich Loren waren gestattet. Der Bau, beginnend im Oktober 1929, war echte Handarbeit.

Ausgelegt war die Straße für Höchstgeschwindigkeiten bis 120 km/h, Halten, Parken oder Wenden waren verboteni, ebenso das „Treiben von Tieren oder das Befahren mit Pferdefuhrwerken, Fahr- oder Krafträdern.“


Ihre Spitznamen hatte die Stra0e später schnell weg: Diplomatenrennbahn. Denn bis auf eine kurze Zeit in den 1960er Jahren gab es auf der A555, so heißt sie seit Juni 1974, keine Tempolimits, was Bonner Regierungsangestellte, die in Köln wohnen, ausländische Diplomaten und Staatsbesucher zu hohen Geschwindig-keiten verleitet. Erst seit 2004 bremsen 80er bzw. 100er Schilder die Fahrer aus Lärmschutzgründen herunter.


Und übrigens: Schnell ging es auf der Autobahn schon früher zu: Im Mai 1948 fanden auf der A555 und dem Kölner Südkreuz die ersten Auto- und Motorrad-rennen im Rheinland nach Kriegsende, der sogenannte „Kölner Kurs“, statt.


Und: Auch wenn damals viele schwärmten, nicht alle waren vom Bau begeistert: So schauten die Mitglieder des Golf- und Landclubs Köln eher bedröppelt auf das graue Ungetüm, das ihrem Platz fünf Löcher raubte und ihn später zum Umzug nach Refrath trieb.  Auch die Gemeinde Urfeld, heute zu Wesseling gehörend, beschwerte sich über die Linienführung, weil sie die Felder ihrer Bauern trennt.

Bonner Beethovenhalle wird noch mal 27 Millionen Euro teurer

Die Bonner Beethovenhalle soll tatsächlich zu Ende gebaut werden. Der Stadt ist es mit Unterstützung der Berliner Häuser Baumanagement GmbH gelun-gen, mit Architekten und Technikplanern einen neuen Weg zu vereinbaren. Vor der Beethovenhalle erläuterten Oberbürgermeisterin Katja Dörner und Inter-imsprojektleiter Steffen Göbel die Einigungsvorschläge.


„Das Projekt hat sich seit Jahren in einer schwierigen Situation befunden. Die Probleme wurden in der Vergangenheit nicht grundlegend gelöst. Dies ist nun anders. Unsere Einigungsvorschläge sorgen für Klarheit. Jetzt ist ein echter Neustart des Projekts möglich“, sagt Oberbürgermeisterin Katja Dörner. „Ich freue mich darauf, dass das Beethoven-Orchester Ende des Jahres 2025 an seine alte Wirkungsstätte wird zurückkehren können.“ Architekt und Technik-Planer haben die Fertigstellung der Bauarbeiten für Ende des Jahres 2024 und eine Eröffnung der Halle Ende des Jahres 2025 vertraglich zugesichert. „Die Verhand-lungen waren sehr schwierig und langwierig. Die Streitigkeiten der Vergangen-heit sind beigelegt. Ab jetzt arbeiten wir alle gemeinsam an der Fertigstellung“, betont Interimsprojektleiter Steffen Göbel.

Die vertraglich vereinbarten Termine sehen eine um acht Monate verlängerte Bauzeit im Vergleich zum bisherigen Zeitplan vor.  Die Kosten des Projekts wurden auf insgesamt 221,6 Millionen Euro aktualisiert. Dies bedeutet eine Steigerung um 26,9 Millionen Euro im Vergleich zur letzten Prognose aus April 2022. Ganz am Anfang war mal von "nur" 60 Millionen Gesamtkosten die Rede.

Eine ungewöhnliche Taucher-Aktion soll den Rheinauensee retten 

Taucher pflanzen im Bonner Freizeitpark Armleuchteralgen unter Wasser

Einer der Hauptanziehungspunkte der Rheinaue in Bonn ist der 15 Hektar große Rheinauensee mit seinen sechs Pontonbrücken. Nur: In den vergange-nen Jahren hat sich der Zustand des Sees und die Wasserqualität leider zunehmend verschlechtert. Die Stadt lässt deshalb den See derzeit nachhaltig sanieren, um die Situation der Fische und Wasservögel zu verbessern.


Ein wichtiger Baustein ist die vollständige Entschlammung des Sees. Ist das geschehen, fließt wieder Wasser ein und der Seegrund wird  mit nützlichen Makroalgen – den sogenannten Armleuchteralgen – bepflanzt. Aber eben unter Wasser. Die Algen binden Phosphat und überschüssige Nährstoffe und tragen somit dazu bei, dass das ökologische Gleichgewicht in dem frisch sanierten See erhalten bleibt. Diese Arbeit erledigen zur Zeit Taucher.


Insgesamt werden für den 15 Hektar großen Rheinauensee etwa 700 Fünf-Liter-Eimer mit lebenden Makroalgen benötigt. Da die besonderen Pflanzen im Handel in dieser Masse gar nicht verfügbar sind, hilft die Stadt Dortmund mit einer Pflanzenspende aus dem Phoenix See. Hier wurden die Armleuchteralgen bereits vor zehn Jahren im Rahmen einer ähnlich komplexen Seesanierung angesiedelt. Seitdem sind die Werte des Sees stabil.

Die Bonner Seilbahn-Planung wird weiter konkretisiert

Die Bundesstadt Bonn geht die nächsten Schritte für ihr Projekt Seilbahn an: Gemäß Beschluss des Stadtrates vom 9. Juni 2022 werden in der nächsten Phase die Planungen konkretisiert und erste Gutachten zu Klima, Naturschutz und anderen Themenbereichen beauftragt. Auch der Beteiligungsprozess der Bürger wird fortgesetzt werden. „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt für das Projekt als Beitrag zur Verkehrswende in Bonn“, so Oberbürgermeisterin Katja Dörner. „Die Seilbahn soll in den Öffentlichen Personennahverkehr integriert werden. Bonn wäre damit die erste Stadt in Deutschland mit einer Seilbahn als Teil des Nahver-kehrs.“ Das heißt: Sie könnte mit den regulären Tickets und Fahrscheinen für Busse und Bahnen genutzt werden.

Bonner Stadion bei der Fußball-EM 2024 dabei?

Auch das Stadion im Sportpark Nord wird saniert.Dabei werden das Naturrasenspielfeld, die Kunststofflaufbahn und alle Leichtathletikanla-gen erneuert. Zudem wird ein modernes Entwässerungssystem einge-baut. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende August – bis dahin kann das Stadion nicht genutzt werden.
Mit der Modernisierung soll der Sportpark Nord auch künftig seine Aufga-ben als zentrale Sportstätte der Bundesstadt Bonn erfüllen. Die Kosten für den Umbau betragen insgesamt 3,15 Millionen Euro.

Bonn bewirbt sich mit dem Sportpark Nord außerdem als Trainingsgelän-de für eine der teilnehmenden Nationalmannschaften der Fußball-Euro-pameisterschaft, die 2024 in Deutschland stattfindet.

Als erster Stadt in Nordrhein-Westfalen macht Bonn ernst mit der Solarenergie

Der Stadtrat beschließt Solarpflicht für Neubauten in Bonn  - 
OB Dörner sagt:"Wir wollen bis 2035 klimaneutral werden"

Als erste Stadt in NRW macht die Stadt Bonn die Installation von Photovoltaik-anlagen bei Neubauvorhaben, auf die sie planungsrechtlich unmittelbar Einfluss nehmen kann, zur Pflicht. Der Rat hat dem entsprechenden Vorschlag der Stadtverwaltung im September zugestimmt.


Die Solarpflicht gilt für alle Vorhaben, bei denen die Stadt städtebauliche Ver-träge mit Investoren und Eigentümern abschließt. Die Regelung gilt sowohl für alle neuen Vorhaben als auch für alle laufenden Verfahren, bei denen die öffent-liche Auslegung des Bebauungsplanes noch nicht beschlossen wurde. Auch bei städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen greift die Solarpflicht. Beim Verkauf städtischer Grundstücke müssen bereits seit dem 1. Januar 2021 PV-Anlagen auf Neubauten errichtet werden. Die Solarverpflichtung entfällt nur, wenn eine PV-Anlage vor Ort nachweislich nicht wirtschaftlich ist.


„Die Stadt Bonn ist eine der wenigen Städte in Deutschland und die erste Stadt in Nordrhein-Westfalen, die den Weg einer kommunalen Solarpflicht geht. Eine bundeseinheitliche Regelung wäre wünschenswert, aber darauf können wir nicht warten. Wir wollen als Stadt bis 2035 klimaneutral werden und müssen jetzt handeln! Der Ausbau erneuerbarer Energien – allen voran der Solarenergie – spielt dabei eine zentrale Rolle“, betont Oberbürgermeisterin Katja Dörner.


Das Solardachkataster der Stadt zeigt, dass rund zwei Drittel aller Bonner Dachflächen für die solare Energiegewinnung geeignet sind.

150 Jahre - Die Kanonen von Bonn, ein Geschenk des Kaisers  

Bonn-Besucher  haben sich bestimmt schon immer gefragt, was sollen eigentlich die beiden Kanonen da hoch über dem Rheinufer am "Alten Zoll" nahe der Uni-versitätsgebäude? Jetzt hat sich die Stadt selbst mal dazu geäußert. Weil die schweren Geschütze Jubiläum feiern: 150 Jahre. Kaiser Wilhelm I. hat die beiden Kanonen im Jahr 1871 der Stadt Bonn geschenkt.  Initiiert durch den nach Metz versetzten Bonner Karl Schorn, welcher die Kanonen von einem befreundeten Oberst aus den Beständen der Garnison in Metz erhielt. Das kleinere Geschütz-rohr wurde im Jahr 1806 gegossen undauf dem größeren , das es auf 4,2 Tonnen bringt, ist die Jahreszahl 1842 zu lesen. Die Stadt Bonn hat sie restauriert,  der Stellmacher des Freilichtmuseums Kommern Walter Keil  wartet sie.

Eine neue "Info-Plattform" für die Wissenschaftler an der Universitätsklinik in Bonn

MIB – Medical Imaging Center Bonn

Auf Initiative der Augenklinik ist am Universitätsklinikum Bonn das Medical Imaging Center Bonn (MIB)  ins Leben gerufen worden. Es ist als eine neue Dachstruktur für Bonner Wissenschaft-ler gedacht, die sich mit der Anwen-dung von Bildgebung und Künstlicher Intelligenz, also Auswertungsalgorith-men, in der Medizin beschäftigen. Jetzt ging dessen Herzstück online: Ab sofort kann man sich die Arbeit der verschie-denen im MIB vertretenen Forschungs-gruppen auf der neuen Webseite unter www.mib-center.de anschauen.


Hier kaufte die Politprominenz ihre Siedewurst und Gummibärchen


14 Jahre musste das legendäre Bundesbüdchen warten bis es seinen Betrieb im Herzen des ehe-maligen Regierungsviertels wieder aufnehmen konnte. Jetzt war es endlich so weit. Das Büdchen ist zurück. Es ist im alten Stil erhalten worden. Jürgen Rausch, der das Büdchen 26 Jahre lang betrieben hatte, ist überglücklich: "Das Büdchen ist ein lebendes Denkmal und erinnert an die Bonner Republik in den Hauptstadtzeiten von Bonn." Konrad Adenauer besorgte sich hier die Tageszeitung, Herbert Wehner war Stammgast. Helmut Kohl ließ seinen Fahrer dort Brötchen holen. Wolfgang Clement trank bei ihm oft einen Kaffee. Joschka Fischer kaufte seine Comics am Kiosk. Hier aßen sie ihre Siedewurst, kauften belegte Brötchen oder Gummibärchen.