Im Blick Rheinberg, Köln, Bonn & Leverkusen

Nach zehn langen Jahren war es endlich wieder soweit: Am 14. April öffnete die Internationale Gartenbauausstellung Floriade Expo 2022 ihre Pforten. In diesem Jahr findet die große Blumenschau in Almere in der Provinz Flevoland statt, der jüngsten aller niederländischen Provinzen. Es ist ein Ort, der sich gar nicht besser eignen könnte. Auf einer Fläche von 60 Hektar zeigen 400 Organisationen aus 40 Ländern, wie die grüne Stadt der Zukunft aussehen kann. Unter dem Motto "Growing Green Cities" vermittelt die Floriade Lösungsansätze, wie sich Innenstädte grüner und lebenswerter gestalten lassen. Moderner Gartenbau spielt dabei eine tragende Rolle. Zu sehen bis 9. Oktober täglich von 10 bis 19 Uhr.


Die FLORIADE - das ungewöhnliche Gartenbau-Highlight im Flevoland

Die Provinz Flevoland rechnet in den nächsten sechs Monaten mit rund zwei Millionen Besucher:innen aus dem In- und Ausland. Etwa 70 Prozent der Gäste dürften aus den Niederlanden anreisen und 30 Prozent aus dem Ausland. Die meisten ausländischen Besucher:innen kommen dabei aus Deutschland.


Wegen seines fruchtbaren Bodens wird Flevoland auch als "Gemüsegarten Europas" bezeichnet. Der Verband Flevofood, dem rund 100 Lebensmittelun-ternehmen angehören, stellt auf der Floriade Produkte und Innovationen vor, zu denen die Themen nachhaltiger Anbau, Robotisierung in der Landwirtschaft, ökologische Lebensmittelerzeugung und kurze Produktionsketten gehören.


Zu den besonderen Highlights  gehört der Brückencampus, der Brücken aus recyceltem oder komplett recycelbarem Material entstehen lässt. Besondere Aufmerksamkeit verdient auch der Oosterwold-Pavillon, der ein einzigartiges Projekt vorstellt: Die Bewohner dieses Stadtteils von Almere müssen auf mindes-tens 50 Prozent ihrer Grundstücksflächen Lebensmittel anbauen, so dass sie selbst zu "städtischen Bauern" werden. 

Und dann ist da noch der Pavillon des Deutschen Gartens – der eine stetig wach-sende und sich wandelnde Stadt symbolisiert – besteht aus einer bis zu zweistöc-kigen, kubistisch anmutenden Holzkonstruktion, die vielerorts durchgängig ist. Für eine nachhaltiger Energiegewinnung wurden modernste Solarpaneele und Windkraftturbinen verbaut.

Dank intensiver Bepflanzungen bildet der Pavillon selbst ein lebendiges Ökosys-tem, das dazu beiträgt, die Umgebungstemperatur zu senken und dessen Er-scheinungsbild sich im Verlauf der Expo stetig verändern wird. Allein 22 verschie-dene Arten Kletterpflanzen kommen hier als Fassadenbegrünung zum Einsatz; und 43 Stauden- und Gräserarten sowie 18 Gehölzarten finden auf dem begehba-ren Dach ihren Platz. In luftiger Höhe wird zudem gezeigt, wie sich urbane Dach-flächen auch für den Anbau von Gemüse und Obst nutzen lassen.

Die Niederlande feiern den 150. Geburtstag Piet Mondriaans

Welch malerischer Anblick. Dies ist das Koppelpoort, ein mittelalterliches Tor in der Stadtmauer von Amersfoort in der Provinz Utrecht in den Niederlanden. Dort, wo man in diesem Jahr den 150.Geburtstag des weltbe-rühmte Malers Piet Mondriaan feiert .


Das Tor wurde vor 1450 erbaut. Als das Städtchen übri-gens einmal während einer kriegerischen Belagerung an-gegriffen wurde, schütteten Frauen kochendes Bier auf den Gegner und wehrten so den Angriff ab.

2022 ist es 150 Jahre her, dass Piet Mondriaan in Amersfoort geboren wurde. Was zu feiern wäre. Und das Mondriaanhaus feiert den 150. Geburtstag Mondriaans mit einem „Fest der Fantasie“.


Und was erwartet den Holland-Besucher? Ein innovatives, inspirierendes und inklusives Programm mit einer Vielzahl von Aktivitäten und Ereignissen. Und das in ganz Amersfoort! Denn diese mittelalterliche Stadt ist eine der größten  Über raschung der Niederlande, mitten im Herzen des Landes. 15 Minuten mit dem Zug von Utrecht entfernt.


Das Mondriaanhuis selber ist das Geburtshaus von Piet Mondriaan (1872-1944) und ein museales Erlebnis für Jung und Alt. Hier verbrachte er seine Kinderjahre. Nachdem die Familie Mondriaan ausgezogen war, erinnerte an dieser Stelle lange Zeit nichts an den weltberühmten Maler, bis der Architekt Leo Heidenrijk und seine Frau Cis im Jahre 1994 hier das Mondriaanhuis einrichteten und es für das Publikum öffneten. 2017 fand die Neueröffnung des rundum erneuerten Museums statt.

Das Mondriaanhuis besitzt neben einer kleineren eigenen Sammlung zwei größere Sammlungen als dauerhafte Leihgabe. Zudem stellt das Museum eine Anzahl früher Werke Mondriaans aus der Samm-lung Esser aus. Im Jubiläumsjahr veranstaltet das Haus selbst drei Sonderausstellungen und ein Bil-dungsprogramm für Schulklassen.

Bei Reisen in die Niederlande (Stand: 29.01.2022) müssen trotz Lockerungen Maßnahmen zur Ver-hinderung von Infektionen mit dem COVID-19 Virus beachtet werden.

Das Museum Catharijneconvent in Utrecht und 14 Kirchen sowie zwei Synagogen

DAS „GRÖSSTES MUSEUM“ DER NIEDERLANDE

Die Kathedrale von Haarlem, die Munster-kerk in Roermond und die Walburgiskerk in Zutphen schließen sich dem „Größten Muse-um der Niederlande“ an. Dabei handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen dem Museum Catharijneconvent in Utrecht und 14 Kirchen sowie zwei Synagogen im ganzen Land. Deren Ziel es ist, das religiöse Erbe der Niederlande bekannter und zu-gänglicher zu machen. Idyllische Dorfkir-chen gehören genauso zum „Größten Muse-um der Niederlande“ wie beeindruc-kende mittelalterliche Basiliken in der Stadt.


Bild links zeigt in Oudenbosch die Basilika St. Agatha und Barbara, Foto: Arjan Bron

Seit der Eröffnung des „Größten Museums der Niederlande“ 2017 haben rund hunderttausend Menschen die Kirchen und Synagogen von der kleinen Maria-kerk in Krewerd (Groningen) bis zum Utrechter Dom besucht und die besonde-ren Geschichten, die Architektur und Kunstwerke in den verschiedensten Kir-chen der Niederlande kennen gelernt. Durch den Anschluss der drei neuen Kir-chen gehen die Initiatoren vom Museum Catharijneconvent in Utrecht (ebenfalls eine ehemalige Kirche) gemeinsam mit den anderen Gotteshäusern einen weite-ren Schritt in Richtung Zugänglichkeit des nationalen religiösen Erbgutes.

Mit den drei neuen Mitgliedern wird nicht nur die Verteilung über das Land ver-bessert, sondern auch die Varietät an historischen Perioden, Architektur und Kunstwerken. Auch in der einzigen spätromanischen Kirche der Niederlande, der Munsterkerk in Roermond, der imposanten Kathedrale von Haarlem und der malerischen Walburgiskerk in Zutphen sind nun viele verborgene Schätze für die Öffentlichkeit zugänglich. Wie auch bei anderen Gotteshäusern des „Größten Museums der Niederlande“ können Besucher durch eine Audiotour in verschie-denen Sprachen zusätzliche Informationen erhalten.

Bild links zeigt die Kirche Pieterburgen in Groningen