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Auch unsere holländischen Nachbarn haben wieder viel zu bieten

Nicht nur die breiten Sandstrände an der Nordseeküste machen Ferien und/oder Kurzbesuche bei unsere Nachbarn in Holland und Belgien so attraktiv. Immer häufiger sind es vor allem auch kulturelle Ereignisse. Zum Beispiel ganz aktuell in Leeuwarden (Bild). Die  Hauptstadt der niederländischen Provinz Friesland ist Europäische Kulturhauptstadt 2018  und blickt bereits auf ein erfolgreiches Programmjahr zurück. Und mit 300 noch ausstehenden Veranstaltungen ist das Jahr für die Niederländer noch lange nicht zu Ende. Es warten noch viel Musik, Ausstellungen und ein FilmFestival.


HOLLAND: In  Leeuwarden, der "KULTURHAUPTSTADT EUROPAS", lockten die "Riesen von Royal de Luxe" über 425.000 Besucher an

Das Jahr, in dem Leeuwarden-Friesland den Titel „Kulturhauptstadt Europas" trägt, begann Ende Januar mit einer großen Eröffnungszeremonie, die live auf dem niederländischen Nationalsender NPO 1 übertragen wurde. Das Königspaar läutete die Glocken am Wilhelminaplein, darauf klingelten alle Uhren in Frie-sland für eine Minute. Danach setzte ein beachtlicher Touristen-Ansturm ein.


Leeuwarden und Friesland vermerkten einen deutlichen Besucheranstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Nach erfolgreichen Ausstellungen über „Sir Lawrence Alma-Tadema“ (158.000 Besucher) und „Mata Hari“ (90.000 Besucher) wurde die Ausstellung über Escher im Fries Museum von mehr als 150.000 Menschen besucht. Das Event „Der 8. Tag“ zog rund 35.000 Gäste in das Stadtzentrum von Leeuwarden und die erste Besichtigung der „Riesen von Royal de Luxe“  in den Niederlanden (Bild links) zog unglaubliche 425.000 Zuschauer an. Die Tall Ships Races in Harlingen wurden von 330.000 Menschen besucht.


Der November, der letzte Monat des Kulturjahres, ist nun kein Ende, sondern ein Neubeginn, sagen die Niederländer. Es startet ein dreiwöchiges Kulturfestival.

NEU IN LEIDEN:  Das „Young Rembrandt Studio“

Leiden, die malerische Studentenstadt im Westen der Niederlande, hat eine neue Attraktion: Das „Young Rembrandt Studio“. In dem Gebäude, in dem der große niederländische Meister Rembrandt van Rijn malen und zeichnen lernte, können Besucher heute mehr über sein Leben erfahren. Rembrandt wurde 1606 in Leiden geboren und verbrachte seine ersten 25 Lebensjahre in der Stadt. Im „Young Rembrandt Studio“ wird ab sofort in einer siebenminütigen Video-Animation auf diese Phase seines Lebens zurückgeblickt. Der Film gewährt den Besuchern einen Einblick in den Werdegang des Meisters  und zeigt, was ihn besonders macht, welche Materialien er verwendete und was ihn inspirierte.

Das Museum Catharijneconvent in Utrecht und 14 Kirchen sowie zwei Synagogen

DAS „GRÖSSTES MUSEUM“ DER NIEDERLANDE

Die Kathedrale von Haarlem, die Munster-kerk in Roermond und die Walburgiskerk in Zutphen schließen sich dem „Größten Muse-um der Niederlande“ an. Dabei handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen dem Museum Catharijneconvent in Utrecht und 14 Kirchen sowie zwei Synagogen im ganzen Land. Deren Ziel es ist, das religiöse Erbe der Niederlande bekannter und zu-gänglicher zu machen. Idyllische Dorfkir-chen gehören genauso zum „Größten Muse-um der Niederlande“ wie beeindruc-kende mittelalterliche Basiliken in der Stadt.


Bild links zeigt in Oudenbosch die Basilika St. Agatha und Barbara, Foto: Arjan Bron

Seit der Eröffnung des „Größten Museums der Niederlande“ 2017 haben rund hunderttausend Menschen die Kirchen und Synagogen von der kleinen Maria-kerk in Krewerd (Groningen) bis zum Utrechter Dom besucht und die besonde-ren Geschichten, die Architektur und Kunstwerke in den verschiedensten Kir-chen der Niederlande kennen gelernt. Durch den Anschluss der drei neuen Kir-chen gehen die Initiatoren vom Museum Catharijneconvent in Utrecht (ebenfalls eine ehemalige Kirche) gemeinsam mit den anderen Gotteshäusern einen weite-ren Schritt in Richtung Zugänglichkeit des nationalen religiösen Erbgutes.

Mit den drei neuen Mitgliedern wird nicht nur die Verteilung über das Land ver-bessert, sondern auch die Varietät an historischen Perioden, Architektur und Kunstwerken. Auch in der einzigen spätromanischen Kirche der Niederlande, der Munsterkerk in Roermond, der imposanten Kathedrale von Haarlem und der malerischen Walburgiskerk in Zutphen sind nun viele verborgene Schätze für die Öffentlichkeit zugänglich. Wie auch bei anderen Gotteshäusern des „Größten Museums der Niederlande“ können Besucher durch eine Audiotour in verschie-denen Sprachen zusätzliche Informationen erhalten.

Bild links zeigt die Kirche Pieterburgen in Groningen

 In der Provinz Südholland wurde eine neue Fahrrad-Route eröffnet

In der Provinz Südholland wurde eine neue Fahrradroute eröffnet. Der 33 Km lange Rundweg führt Radler durch die Städte Leiden, Katwijk und Noordwijk, entlang der Küste und durch Nationalparks. Unterwegs gibt es einige schöne Anhalt(s)punkte.

Kinder können sich auf dem Dünenspielplatz nahe des Nationalparks Hollandse Duinen, welcher während der Tour durchquert wird, austoben. Mit etwas Glück kann man im Nationalpark auch Gallowayrinder, Konikpferde oder Rehe sichten. Für eine Stärkung laden diverse Cafés und Restaurants auf dem Weg zur Einkehr, wie beispielsweise die Brasserie Buitenhuis im gemütlichen Gewächshaus-Stil.

Ganz in der Nähe befindet sich die Dampfeisenbahn „Stoomtrein Katwijk Leiden“, die noch in Betrieb ist und zwischen 11 und 16 Uhr stündlich Passagiere von Katwijk nach Leiden und zurück transportiert. Die 30-minütige Fahrt führt unter anderem am Valkenburgse Meer entlang und versetzt Besucher in eine andere Zeit.Ob mit dem Rad oder mit der Dampfeisenbahn, die Landschaft lädt zum Entspannen ein.

„Guck über den Deich“ – so heißt der neue Radweg entlang der Küste Gronin-gens. In der nördlichsten Provinz der Niederlande können Radler seit einiger Zeit vom Örtchen Nieuw Statenzijl, dem östlichsten Punkt der Provinz, bis zum Dorf Lauwersoog über und entlang der Deiche „fietsen“.

BELGIEN: In  Antwerpen begeistert das Themenjahr "Barock 2018"

Mit einem großen Barockfest ist im Juni das Themenjahr „Antwerp Baroque 2018. Rubens inspires“ gestartet worden . Danach machten Musik, Theater und Aktionen in der ganzen Stadt die Epoche in all ihren Facetten lebendig. Zugleich öffneten die ersten großen Sonderausstellungen ihre Tore, darunter„Michaelina“, „Sanguine/Bloed-rood“ und „Der Meister lebt“. Inzwischen folgte eine zweite Welle von Ausstellungen.  Mit dem Themenjahr „Antwerp Baroque 2018. Rubens as an Inspiration“ inner-halb der Kampagne „Flämische Meister 2018–20“werden der Barockkünstler Peter Paul Rubens (1577–1640) und sein einzigartiges Kulturerbe geehrt.


Rubens (Bild) ist aus Antwerpen nicht wegzudenken, seine Genialität wirkt bis heute nach. Zahlreiche Ausstellungen, Veranstaltungen und Projekte bieten eine einzig-artige Gelegenheit, Rubens und das Barockvermächtnis in Antwerpen auf beson-dere Weise zu erleben. Das Themenjahr stellt nicht nur das historische Barock von Rubens vor, sondern setzt es zugleich in den Dialog mit zeitgenös-sischen bildenden Künstlern. Auch unabhängig vom Themenjahr „Antwerp Baroque 2018“ können Besucher in Antwerpen den Spuren des barocken Maler-fürsten folgen und seine Werke bestaunen.

Über 50 Werke sind permanent in Antwerpen zu sehen; vier allein sind in der gotischen Liebfrauenkathedrale zu besichtigen. Weitere Highlights sind im Rubenshaus (Bild), seinem früheren Wohnhaus und Atelier, ausgestellt. Hier können sich Besucher auchein Bild vom Lebens- und Arbeitsumfeld des berühm-ten Malers machen.Seit Juni 2017 bereichern zwei weitere bedeutende Werke das Barockangebot Antwerpens: ein Altarstück von Tintoretto aus der Sammlung von David Bowie und ein Rubensgemälde, das nach 220 Jahren wieder in die Stadt zurückkehrte. Mit Gebäuden wie der Carolus Borromäuskirche und dem Rubenshaus hinterließ Rubens auch eine architektonische Spur in der Stadt.