Im Blick Rheinberg, Köln, Bonn & Leverkusen

Attraktiv und spektakulär - die künstlerische Schau des
Michael Jackson in der Bundeskunsthalle in Bonn
 

Die neue Ausstellung "Michael Jackson: On the wall" der Bundeskunsthalle untersucht den Einfluss des 2009 verstorbe-nen Musikers auf die Popkultur. Seit Andy Warhol 1982 ein Bild Jacksons zum ersten Mal verwendete, machte die bildende Kunst ihn zur meistdargestellten Figur der Medienwelt. Die Schau läuft seit 22. März  bis zum 14. Juli 2019.


Michael Jackson, 2004 by Maggi Hambling, oil on canvas
970 × 900 mm Courtesy of the artist © Maggi Hambling

Michael Jackson zählt zu den einflussreichsten Künstlern, die das 20. Jahrhun-dert hervorbrachte und dessen Wirkung im neuen Jahrtausend fortdauert. Seine Bedeutung in allen Bereichen der Popkultur – Musik, Musikvideo, Tanz, Choreo-grafie und Mode – ist allseits bekannt, sein beträchtlicher Einfluss auf die zeitge-nössische Kunst allerdings noch eine ungeschriebene Geschichte. Doch seit Andy Warhol 1982 sein Bild zum ersten Mal verwendete, machte auch die bildende Kunst Jackson zur meistdargestellten Figur der Medienwelt.

Die Ausstellung umfasst mehrere Künstlergenerationen sowie alle Medien. Erst-mals werden Werke von über vierzig Künstlerinnen und Künstlern versammelt, die aus öffentlichen und privaten Sammlungen in aller Welt stammen, darunter auch Exponate, die eigens für die Ausstellung geschaffen wurden.

Einige der Arbeiten weisen eine Doppelbödigkeit und Ambivalenz auf, die aktuel-ler nicht sein könnte. Neben dem Werk von Jordan Wolfson sind dieses insbe-sondere die für die Bonner Ausstellungsstation hinzugekommenen Arbeiten von Paul McCarthy und Pamela Rosenkranz. Auch eine Dekade nach seinem Tod – er wäre im August 2018 60 Jahre alt geworden – ist Jacksons Erbe stark wie zuvor: Seine Plattenverkäufe nähern sich der Milliardenmarke, seine Musikvideos wer-den weiterhin gesehen, und seine weltweite Fangemeinde bleibt ihm treu. Das gesellschaftliche Phänomen Michael Jackson ist noch heute von Bedeutung.

Rein Wolfs, der Intendant der Bundeskunsthalle, betont, dass „Michael Jackson die Ikone der Popmusik der letzten 50 Jahre ist. Es gibt wenige Musiker, die so einen Status erreicht haben. Diesen kulturellen Einfluss wollen wir zeigen. Michael Jackson: On the Wall ist eine Kunstausstellung. Es geht hier weder um Biografie noch direkt um das Werk von Michael Jackson, sondern um den Widerhall des ‚Phänomens Jackson‘ in der zeitgenössischen bildenden Kunst.“

Trotz neuer Missbrauchsvorwürfe wird die lange geplante Michael-Jackson-Ausstellung in Bonn gezeigt. Die Bundeskunsthalle sucht die Diskussion mit dem Publikum. Intendant Rein Wolfs sagt dazu:"Mit der Konzeption der Ausstellung wurde vor über drei Jahren in der National Portrait Gallery begonnen. Die mediale Öffentlichkeit war zu diesem Zeitpunkt nicht abzusehen. Die Vorwürfe sind schockierend und wir nehmen sie sehr ernst. Sie wer-fen ein anderes Licht auf die Person, mit der sich die ausgestellte Kunst beschäftigt.  Wir sind uns der Thematik bewusst und werden sie auch nicht ausklammern. Im Gegenteil, sehen wir uns als Institution doch in der Verantwortung, Aufmerksamkeit zu schaffen und den Diskurs anzuregen."                 Foto: Jennifer Zumbusch © Kunst- und Ausstellungshalle


Bild auf der Startseite: Andy Warhol: Michael Jackson 1984; acrylic and silkscreen;  ink on linen; 762 x 660 mm, The Andy Warhol Museum, Pittsburgh; © 2019 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / VG-Bild-Kunst, Bonn 2019

Das Max Ernst Museum Brühl zeigt erstmals Joana Vasconcelos


Das Max Ernst Museum Brühl des LVR zeigt seit dem 7. April (bis 4.August) die erste Einzelausstellung der portugiesischen Künstlerin Joana Vasconcelos (*1971) in einem Museum in Deutschland. Es werden Objekte und Installationen aus den letzten 20 Jahren präsentiert, die umfassende Einblicke in die Arbeits-weise von Joana Vasconcelos vermitteln. Die in Lissabon lebende und arbeiten-de Künstlerin ist bekannt für ihre raumgrei-fenden Werke, mit denen sie die Grenzen zwischen Tradition und Moderne, Hoch- und Alltagskultur, Kunsthand-werk und Industrieproduktion anspielungs-reich auslotet. In ihren großformati-gen Arbeiten verwendet sie häufig Alltagsge-genstände und unterschiedliche Materialien wie Fliesen, Keramiken, Stickereien und Stoffe, die sie zu einer eigen-willigen Art von surrealer Objektkunst verbindet.

Bild links: Joana Vasconcelos, Carmen Miranda, 2008, Kochtöpfe und Deckel aus rostfreiem Stahl, Beton, 270 x 150 x 430 cm, Selfridges and the Weston family, Werk hergestellt mit Unterstützung von Silampos, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: DMF, Lissabon/© Unidade Infinita Projectost

"Zu schön, um wahr zu sein" - der Kunstpalast in Düsseldorf erinnert an "Das junge Rheinland", das sich vor 100 Jahren gründete 
 



"Abschied von Düssel-dorf", 1924, Öl auf Leinwand, 160 × 185 cm - ein Bild von Gert H. Wollheim. Eines von vielen großartigen Werken der Künstler-gruppe "Junges Rhein-land", das aktuell im Museum Kunstpalast

in Düsseldorf zu sehen ist.

Am 24. Februar jährte sich zum 100. Mal die Gründung der Künstlervereini-gung "Das Junge Rheinland". Das Museum Kunstpalast erinnert in einer großen Ausstellung an diese Gruppierung, die sich 1919 formierte und bis zu ihrem Verbot 1933 bestand. Zu sehen bis 2.Juni.


Dem Jungen Rheinland gehörten bis zu 300 Künstlerinnen und Künstler an, von denen viele aus Düsseldorf und der näheren Umgebung stammten. Maler, Gra-phiker, Bildhauer, Designer, Architekten, Dichter und Schauspieler fanden sich zusammen, um der Kulturszene nach dem verlorenen Krieg ein wirksames Fo-rum zu bieten und die Vernetzung mit Künstlern anderer Regionen in Deutsch-land und Europa zu befördern. Max Ernst, zeitweises Mitglied der Künstlergrup-pe, beschrieb rückblickend den gemeinsamen „Durst nach Leben, Poesie, nach Freiheit, dem Absoluten, nach Wissen“ als „zu schön, um wahr zu sein.“


Im Mittelpunkt der Präsentation stehen Werke von 12 Künstlern, die als beispiel-haft für den Charakter der Vereinigung angesehen werden können. Darunter  Otto Dix, Max Ernst, Wilhelm Kreis, Carl Lauterbach, Heinrich Nauen, Lotte B. Prechner, Karl Schwesig,  Gert H. Wollheim und Marta Worringer.

„Das Junge Rheinland veranschaulicht eine besonders lebendige Phase der rhei-nischen Kunstentwicklung. Das 100-jährige Gründungsjubiläum ist uns ein will-kommener Anlass, auf die wechselvolle Geschichte dieser Gruppe zurückzu-blicken, die das Kunstleben der Stadt Düsseldorf und der Region in bedeutender Weise mitgeprägt hat“, erklärt Felix Krämer, Generaldirektor Kunstpalast. „Unser Haus ist mit seinen umfangreichen Sammlungsbeständen ein ganz wesentlicher Teil dieser Geschichte.“

Das Ensemble am Ehrenhof mit dem hufeisenförmigen Museumsgebäude, der heutigen Tonhalle, dem NRW-Forum sowie der nahegelegenen Rheinterrasse wurde von dem Architekten Wilhelm Kreis, einem Mitglied der Künstlervereini-gung, für die Große Ausstellung Düsseldorf 1926 für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen (GeSoLei) entworfen. Für die künstlerische Aus-stattung beauftragte er vor allem Künstler des Jungen Rheinland.

Viele der aktiven Künstlerinnen und Künstler der bis 1933 existierenden Gruppie-rung Junges Rheinland wurden verfemt, verfolgt und im Extremfall – wie der aufgrund seines politischen Engagements verhaftete Maler Karl Schwesig – gefol-tert oder wie die jüdischen Maler Julo Levin und Franz Monjau ermordet. Die Rheinische Sezession, die Nachfolge-Gruppe des Jungen Rheinland, wurde 1938 durch die Nationalsozialisten verboten.

Das Römisch-Germanische Museum ist seit Dezember geschlossen

Der Museumsbetrieb wurde stattdessen im Belgischen Haus aufgenommen

Das Römisch-Germanische Museum (RGM) ist wegen einer Totalrenovierung bis auf weiteres in das Belgische Haus nahe dem Neumarkt umgezogen (Bild links).  Das Museumsgebäude am Roncalliplatz wird generalsaniert.


Das Belgische Haus bietet die Möglichkeit, alle wesentlichen Funktionen des Museums, also Museumsbetrieb, Bodendenkmalpflege, Bibliothek, Inventarisa-tion, Studiensammlung, Restaurierung, Ortsarchiv und Verwaltung, an einem Standort zu versammeln. Auf rund 1.000 Quadratmetern wird in der Cäcilienstra-ße zu den wichtigsten Themen der antiken Stadtgeschichte Kölns eine umfang-reiche Interims-Ausstellung eingerichtet.

Im Museumsgebäude am Roncalliplatz müssen die gesamten baulichen und haustechnischen Anlagen saniert und den gesetzlichen Normen und Anforderun-gen an einen modernen Museumsbetrieb angepasst werden. Für die Sanierung und Neugestaltung ist ein Zeitraum von rund sechs Jahren vorgesehen. Im Jahr 2025 ist die Neueröffnung des sanierten Hauses geplant. Das RGM gehört seit seiner Eröffnung am 4. März 1974 zu den meistbesuchten Museen der Stadt Köln und zu den bekanntesten archäologischen Museen in Deutschland.

BONN:  Die Bundeskunsthalle und ihr Programm 2019

Johann Wolfgang von  GOETHE zeigt seine "Grünen Welten" auf dem Dach der Halle 

Mit knapp 675.000 Besuchern blickt die Bundeskunsthalle in Bonn  auf ein erfolg-reiches Jahr 2018 zurück. So kann sich die Kunst- und Ausstellungshalle über das zweitbeste Ergebnis der letzten zehn Jahre und eine Steigerung um gut zehn Prozent zum Vorjahr freuen. Im neuen Jahr präsentiert die Halle  Ausstellungen und Veranstaltungen, die Kunst- und Kulturgeschichte, Pop und Literatur, zeit-genössische Kunst und klassische Musik wie auch Performance und Tanz themati-sieren und miteinander verbinden.

Den Anfang macht die Schau "Michael Jackson. On the Wall”, siehe oben, die
bis Sonntag, 14. Juli, zu sehen ist. Die nächste Ausstellungseröffnung folgt am Freitag, 5. April, mit der "Anna Uddenberg"-Schau. Zu sehen sind die Skulptu-ren, Installationen und Videos der in Berlin lebenden schwedischen Künstlerin bis Sonntag, 15. September. Anna Uddenberg beschäftigt sich mit gesellschaftli-chen Konventionen, Normen, Struk-turen, Rhetoriken und hinterfragt Denk- und Sehgewohnheiten sowie unsere mentale und physische Mobilität. Mit ihren Skulpturen und Installationen reflektiert sie unsere Zeit und unseren Alltag.

Vor der Goethe-Ausstellung im Mai lädt der Garten der Bundeskunsthalle zum ästhetischen Genuss und zur naturwissenschaftlichen Erkundung ein. "Goethes Gärten. Grüne Welten auf dem Dach der Bundeskunsthalle" ist von Sonntag, 14. April, bis Sonntag, 15. September, zu sehen. In der ersten großen Goethe-Aus-stellung seit 25 Jahren lernen die Besucher dann das Werk und die Biografie im Horizont der frühen Moderne und der Rezeptionsgeschichte seines Wirkens kennen. Start von "Goethe. Verwandlung der Welt" ist am Freitag, 17. Mai .

Von Palmyra bis nach San Francisco. Ab an die US-Westküste geht es in der Schau "California Dreams. San Francisco - Ein Porträt”, die von Freitag, 13. Sep-tember, bis Sonntag, 12. Januar 2020, zu sehen ist .  -  Die Ausstellung "Age Old Cities. Eine virtuelle Reise von Palmyra nach Mossul" lädt ab Spätsommer/ Herbst 2019 zu einer Reise durch Raum und Zeit ein. Städte wie Mossul, Aleppo, Palmyra und Leptis Magna stehen als Symbole für ein mythisches, antikes Erbe und für glanzvolle Zivilisationen.

Bonns prominentestem Sohn widmet die Bundeskunsthalle die Schau "Beetho-ven. Welt. Bürger. Musik". Zum 250. Geburtstag des großen Komponisten präsen-tiert die Bundeskunsthalle von Dienstag, 17. Dezember, bis Sonntag, 26. April 2020, in Kooperation mit dem Beethoven-Haus Bonn die zentrale Ausstellung zum Jubiläumsjahr 2020. Präsentiert werden Originalexponate und ikonische Porträts, die die Persönlichkeit des Komponisten vorstellen und gleichzeitig sein gängiges Bild in der Öffentlichkeit hinterfragen.     Alle Fotos: Bundeskunsthalle

KÖLN: Wallraf-Richartz-Museum zeigt Lifestyle im Barock

Rauschende Roben, vornehme Kulissen, exotische Früchte und edle Accessoires - Porträts und Stillleben der Barockzeit spielen meist auf der Sonnenseite des Lebens. Doch verbergen sich hinter den prachtvoll inszenierten Personen und dekorativen Arrangements auch abenteuerliche Schicksale und doppelbödige Geschichten. Mit seiner neuen Sammlungspräsentation "Sonntag des Lebens" lädt das Wallraf seine Besucher in die schillernde Welt des Barocks ein. Die Ausstellung wurde im Juli eröffnet und dauert bis 30.Juni.

RheinRomantik in einer umfangreichen Sammlung im Siebengebirgsmuseum  

Königswinter hat eben mehr zu bieten als nur den Drachenfels

Königswinter, der Drachenfels

und das Siebengebirge – diese klangvollen Namen stehen für Höhepunkte des Landschaftser-lebnisses am Rhein. Das Sieben-gebirgsmuseum in Königswinter stellt diese Rheinlandschaft in den Mittelpunkt. Eine besondere Facette stellt die Entwicklung des Rheintourismus zwischen Kunst und Kommerz dar.

Mit rund 500 Kunstwerken ist die private Sammlung RheinRomantik eine der wichtigsten deutschen Sammlungen zur Entwicklung der Malerei im Rheinland im 19. Jahrhundert. Die Sammlung konzentriert sich auf die Düsseldorfer Maler-schule, auf englische Aquarelle und frühe Koblenzer Künstler. Hier werden regel-mäßig Teile der Sammlung RheinRomantik zu ausgewählten Themen der rheinischen Kulturlandschaft gezeigt.

Die Ausstellung nimmt den Besucher mit auf eine Reise. Hier erfährt er, was ein Reisender im 19. Jahrhundert in seinen Koffer packte, wie er unterwegs war und wo er logierte. Damals moderne Verkehrsmittel wie ein Dampfschiff kann man ebenso bewundern wie den bis heute populären Eselritt auf den Drachenfels.


In Wesel ist das neue Niederrheinmuseum eröffnet worden

Am 18. März 2018 ist das neue LVR-Niederrheinmuseum Wesel eröffnet worden  (Bild). Aus dem ehemaligen Preußen Museum wurde nach Über-nahme durch den Landschaftsver-band Rheinland und einem dreijäh-rigen Umbau das neue Ausstel-lungshaus für niederrheinische Geschichte. Die erste Sonderaus-stellung präsentierte  denn auch Geschichte und Entwicklung der Grenzregion vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert.

Im Haus der Geschichte Bonn:  "Deutschland seit 1945"

Die Ausstellung ist internationaler und emotionaler geworden


Die Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn "Unsere Geschichte. Deutschland seit 1945" ist internationaler und emotionaler geworden und mit neuen Objekten noch aktueller geworden. Bundespräsident Steinmeier hatte das Museum für Zeitgeschichte erst im Dezember 2017 wiedereröffnet.

Die revolutionären Umwälzungen in Osteuropa und der DDR sowie der deutsche Wiedervereinigungsprozess bilden einen neuen Schwerpunkt auf Basis des gegenwärtigen Kenntnis- und erheblich verbesserten Objektlage. Der Service-roboter "Eva" und eine Paketdrohne stehen für die neuen Technologien. Trüm-merteile vom World Trade Center in New York zeigen die Gewalt des terroris-tischen Angriffs am 11. September 2001. Ein Boot aus dem Mittelmeer, das der Kölner Kardinal Woelki nach Deutschland holte und dem Museum überließ, steht gemeinsam mit anderen Ausstellungsstücken für die Massenflucht nach Europa - eines der wichtigsten Themen der Gegenwart und Zukunft. Originalobjekte, anschaulich in Szene gesetzt, erzählen "Unsere Geschichte". - Der Plenarsaal des Deutschen Bundestags in Bonn, ein Kino und eine Eisdiele aus den 1950er Jahren gehören ebenso wie eine Kaufhausfassade aus der Wirtschaftswunderzeit zu den attraktiven Ausstellungseinheiten.