Im Blick Rheinberg, Köln, Bonn & Leverkusen

BONN: Bis zum 10. Oktober 2021 "Hits & Hymnen  -  Klang der Zeitgeschichte"

„Musik lügt nicht. Wenn auf dieser Welt etwas verändert werden soll, kann das nur durch Musik passieren“, sagte einst Jimi Hendrix. Und genau das will u.a. auch die neue Ausstellung „Hits und Hymnen. Klang der Zeitgeschichte“ im Bonner Haus der Geschichte zeigen und verdeutlichen, wie Musik Menschen mobilisiert, Emotionen weckt, Protest unterstützt oder Identität stiftet. Dabei wird offensichtlich, dass Musik gesellschaftliche Entwicklungslinien begleitet und somit für die Zeitgeschichte eine wichtige Rolle spielt. Die großartige Schau war eigentlich schon für das ver-gangene Jahr vorgesehen, mußte dann aber auf 2021 verschoben werden. Bis zum 10.Oktober.

Im Haus der Geschichte:  Musik, die die Geschichte verändert hat


Die Ausstellung nimmt mit rund 500 Exponaten das spannungsreiche Verhält-nis von Musik und Politik seit 1945 in den Blick. Von Karl Berbuers „Trizone-sien-Lied“, über Nicoles „Ein bisschen Frieden“ oder Nenas „99 Luftballons“: Hits wie diese sind ein Spiegel ihrer Zeit und erinnern an historische Ereignis-se oder an ein bestimmtes Lebensgefühl. Wir denken an die 68er-Studenten-revolte und den Kalten Krieg, die Sehnsucht nach Heimat oder den Mauerfall.


Dazu gehören auch die Gitarre, die Udo Lindenberg 1987 dem damaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker in Wuppertal schenkte (Bild links), sowie die Original-Notizen von "Wind of Change". Klaus Meine, der Sänger der Rock-band Scorpions, stellt sie für "Hits & Hymnen" zur Verfügung. Im Bonner Haus der Geschichte gibt es Musik zu sehen und zu hören. Da treten neben Biermann und Lindenberg auch Bruce Springsteen und Daniel Barenboim auf.


Bruce Springsteen greift zur Gitarre – und mehr als 300.000 Menschen auf der Radrennbahn Berlin-Weißensee brechen in frenetischen Jubel aus. Es ist das größte Konzertereignis in der Geschichte der DDR – das es auch politisch in sich hat. Denn Springsteen hat eine Rede vorbereitet: „Es ist gut, in Ost-Berlin zu sein. Ich bin hier nicht für oder gegen irgendeine Regierung. Ich bin gekommen, um für euch Rock’n’Roll zu spielen, für euch Ost-Berliner, in der Hoffnung, dass eines Tages alle Barrieren umgerissen werden.“ Rund 16 Monate später fällt die Berliner Mauer tatsächlich.

Ja: Die Museen lassen wieder Besucher in ihre Häuser  -  Dabei ist eine impressionistische Reise mit Paul Signac ein besonderer Höhepunkt


Zu den aktuellen Highlights zählt dabei die Ausstellung  "Bon Voyage, Signac!",
eine impressionistische Reise im Wallraf-Richartz-Museum in Köln. Daraus stammt auch unser großes Bild: Sommer im Hafen von Istanbul.


Unter vollen Segeln schieben sich Schiffe links und rechts aus dem Sichtfeld des Betrachters. Wie ein aufgehender Vorhang geben sie den Blick frei auf die einma-lige Skyline aus Kuppeln, Türmen und Minaretten. Mit einem einmaligen Farbge-fühl und tausenden Pinseltupfern zauberte Paul Signac diese Szenerie im Jahre 1909 auf die Leinwand.

„Bon Voyage, Signac!“ startet in Paris und führt über die Normandie und Bretag-ne durch die Provence bis zur Côte d’Azur, um nach Stippvisiten auf Korsika und in Venedig schließlich am Bosporus in Konstantinopel (heute Istanbul) zu enden. Neun hochkarätige Signac-Leihgaben und rund 70 sammlungseigene Gemälde von Künstlern wie Monet (Bild links), Renoir, Caillebotte, Gauguin, Cézanne, van Gogh und Matisse nehmen die Besucher mit auf die impressionistische Bilder-reise. Die Gemälde, die Signac und seine Mitstreiter damals im Gepäck mit nach Hause brachten, wecken auch heute noch bei den Betrachtenden – neben Bewunde-rung und Kunstgenuss – vor allem das Fernweh!


Das Kölner Stadtmuseum zieht aus und in einem Modehaus ein


Das Kölner Stadtmuseum (Bild links) zieht nach einem irreparablen Was-serschaden aus dem Jahr 2017 um. Das Museum teilte mit: "Wir  verlassen die Gebäude in der Zeughausstraße und ziehen in das ehemalige Modehaus Franz Sauer. Voraussichtlich im 2. Quartal 2022 wird unser Museum dort, in der Minoritenstraße 13, neu eröffnet!"

Und weiter:" Wir ändern nicht nur unseren Standort, sondern das gesamte Museumskonzept: Freuen Sie sich auf eine innovative Dauerausstellung, die die Geschichte der Stadt Köln mit all ihren Facetten, Widersprüchen und unterschiedlichen Perspektiven ganz neu erzählt wird."

Nicht nur die Büros werden umziehen, auch alle im Museum gelagerten Objekte, die Bibliothek mit rund 50.000 Medien, die umfangreiche Gra-phische Sammlung, die Restaurierungswerk-stätten und vieles mehr.

Das Modekaufhaus (Bild links) wurde 1986 für das Familienunternehmen Franz Sauer  erbaut.
Bis zur Geschäftsaufgabe 2016 bot das renom-mierte Bekleidungsgeschäft auf fünf Etagen hochpreisige Damen- und Herrenmode an.

Eine zentrale Plattform für speziell digitale Kunstereignisse

Als Antwort auf die Corona-Einschränkungen für Museen, Kunstvereine und Galerien hat bpar mit bpar.DIGITAL eine zentrale Plattform für speziell digitale Kunstereignisse etabliert. Dort können Museen, Kunstvereine, Galerien und Sammlungen ihre digitalen Kunstformate kostenlos einstellen. Die virtuellen Rundgänge und Führungen, Künstlerge-spräche, Videos und Podcasts richten sich nicht nur an Kunstbegeisterte und Sammler. Darüber hinaus will das kostenlose Angebot einer breiten Zielgruppe den Zugang zu vielfältigen digitalen Kunstangeboten erleichtern, gerade unter den schwierigen Pandemie-Bedingungen. -  bpar.DIGITAL ist eine private Initia-tive – mit der Intention, Bildende Kunst und Kultur zu fördern und einer breiten Öffentlichkeit auf digitalem Weg näherzubringen. - www.bpar.DIGITAL


25 Jahre  –  das Deutsche Museum Bonn erfindet sich gerade neu!

»Mission Künstliche Intelligenz – erleben, verstehen, mitgestalten«: Unter diesem Motto erfindet sich das Deutsche Museum Bonn in seinem Jubiläumsjahr neu! Nach 25 Jahren macht die Bonner Dependance des Deutschen Museums in München die ersten Schritte auf dem Weg zum zentralen Erlebnisort für Künstliche Intelligenz in NRW. Das Deutsche Museum Bonn will damit seine Rolle als lebendiges Haus der Wissenschafts- und Technikvermittlung mit hoher gesellschaftlicher Relevanz ausbauen und stärken.

Die Künstliche Intelligenz stellt unsere Gesellschaft vor noch nie dagewesene Herausforderungen, die viele Fragen aufwerfen. KI beeinflusst schon heute eine Vielzahl von Lebensbereichen. Wie bei vielen Innovationen zuvor werden auch die neuen KI-basierten Technologien von großen Erwartungen, Vorurteilen und Ängsten begleitet. Bislang fehlt den Menschen ein zentraler Erlebnisort für die Vermittlung der Künstlichen Intelligenz mit all ihren Chancen und Risiken.

Um eine solche neutrale und kompetente Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in NRW zu etablieren, richtet sich das Deutsche Museum Bonn neu aus: von der Ausstellung zeitgenössischer Technikgeschichte in aller Breite zu einem dynamischen Ort der Vermittlung und des Dialogs rund um das Schwerpunktthema KI. Dies unterstützen jetzt gleich zwei Partner: das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalens und die Dr. Hans Riegel-Stiftung.


Seit fast 25 Jahren entwickelt das Deutsche Museum Bonn immer wieder neue besucherorientierte Formen der Wissens- und Wissenschaftsvermittlung und hat damit inzwischen rund 2,5 Millionen große und kleine Gäste begeistert. Mit seinem breit gefächerten Angebot von Ausstellungen und Workshops hat es sich zum führenden außerschulischen Lernort für naturwissenschaftlich-technische Bildung im Rheinland entwickelt und damit zu einer wichtigen Brücke zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit.


Bild links: Der Bonner Roboter »Rhino« markiert einen Meilenstein auf dem Weg zum Autonomen Fahren. Er lernte im Museum buchstäblich „das Laufen“ bzw. sich selbst im Raum zu bewegen – dank des Einsatzes Künstlicher Intelligenz.
                                                                                Foto: Deutsches Museum/Lichtenscheid


RheinRomantik in einer umfangreichen Sammlung im Siebengebirgsmuseum  

Königswinter hat eben mehr zu bieten als nur den Drachenfels

Königswinter, der Drachenfels

und das Siebengebirge – diese klangvollen Namen stehen für Höhepunkte des Landschaftser-lebnisses am Rhein. Das Sieben-gebirgsmuseum in Königswinter stellt diese Rheinlandschaft in den Mittelpunkt. Eine besondere Facette stellt die Entwicklung des Rheintourismus zwischen Kunst und Kommerz dar.

Mit rund 500 Kunstwerken ist die private Sammlung RheinRomantik eine der wichtigsten deutschen Sammlungen zur Entwicklung der Malerei im Rheinland im 19. Jahrhundert. Die Sammlung konzentriert sich auf die Düsseldorfer Maler-schule, auf englische Aquarelle und frühe Koblenzer Künstler. Hier werden regel-mäßig Teile der Sammlung RheinRomantik zu ausgewählten Themen der rheinischen Kulturlandschaft gezeigt.

Die Ausstellung nimmt den Besucher mit auf eine Reise. Hier erfährt er, was ein Reisender im 19. Jahrhundert in seinen Koffer packte, wie er unterwegs war und wo er logierte. Damals moderne Verkehrsmittel wie ein Dampfschiff kann man ebenso bewundern wie den bis heute populären Eselritt auf den Drachenfels.


Im Haus der Geschichte Bonn:  "Deutschland seit 1945"

Die Ausstellung ist internationaler und emotionaler geworden


Die Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn "Unsere Geschichte. Deutschland seit 1945" ist internationaler und emotionaler geworden und mit neuen Objekten noch aktueller geworden. Bundespräsident Steinmeier hatte das Museum für Zeitgeschichte erst im Dezember 2017 wiedereröffnet.

Die revolutionären Umwälzungen in Osteuropa und der DDR sowie der deutsche Wiedervereinigungsprozess bilden einen neuen Schwerpunkt auf Basis des gegenwärtigen Kenntnis- und erheblich verbesserten Objektlage. Der Service-roboter "Eva" und eine Paketdrohne stehen für die neuen Technologien. Trüm-merteile vom World Trade Center in New York zeigen die Gewalt des terroris-tischen Angriffs am 11. September 2001. Ein Boot aus dem Mittelmeer, das der Kölner Kardinal Woelki nach Deutschland holte und dem Museum überließ, steht gemeinsam mit anderen Ausstellungsstücken für die Massenflucht nach Europa - eines der wichtigsten Themen der Gegenwart und Zukunft. Originalobjekte, anschaulich in Szene gesetzt, erzählen "Unsere Geschichte". - Der Plenarsaal des Deutschen Bundestags in Bonn, ein Kino und eine Eisdiele aus den 1950er Jahren gehören ebenso wie eine Kaufhausfassade aus der Wirtschaftswunderzeit zu den attraktiven Ausstellungseinheiten.