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Wenn ab März die Tulpen blühen  -  nicht nur auf dem Keukenhof

Keukenhof öffnet in kürze wieder seine Pforten. Am 21. März  zum 70. Mal. Bei Schließung acht Wochen später am 19. Mai werden mehr als eine Million Besucher aus aller Welt die internationale Blumenausstellung in Lisse besucht haben. Keukenhof trägt damit einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Touristiksektor der Niederlande. Vierzig Gärtner pflanzen jedes Jahr 7 Millionen Zwiebeln, die nach der Saison wieder heraus genommen werden, damit im Herbst der Zyklus von Pflanzen und Blüte neu beginnen kann.

Auch in Noordwijk beginnt im März ein wahres Blumen-Festival

Die Blumenausstellung Keukenhof befindet sich auf dem zu Zeiten des Goldenen Zeitalters gegründeten Landgut Keukenhof. Das Gut besitzt heute eine Größe von 240 Hektar mit 15 Reichsmonumenten. 50 ha werden für die Blumenausstel-lung genutzt. Das Anwesen gehört einer Stiftung, die sich um den Erhalt des Landgut Keukenhofs kümmert. Keukenhof ist die Plattform des niederländi-schen Zierpflanzensektors.  Jedes Jahr wird der Park neu gestaltet.

Ursprünglich liegt der Schwerpunkt bei den Blumenzwiebeln, Keukenhof hat jedoch viel mehr zu bieten. Keukenhof ist mit ca. 100 Kunstwerken der größte Skulpturengarten der Niederlande. Die Kunstausstellung zeichnet sich durch ihre große Stilvielfalt aus. Und das Pflanzenangebot der Züchter allgemein auch.


In den Pavillons wechseln sich über 20 Blumen-und Pflanzenshows ab. Hier zeigen Züchter eine große Vielfalt an Pflanzen und Blumen in allen Farben und Formen;  von Tulpen bis zu Rosen. Für Orchideen werden tausend Quadratmeter im Beatrix -Pavillon zur Verfügung gestellt. Eine traditionelle Topattraktion ist die berühmte Lilienausstellung im Willem-Alexander-Pavillon. Auf 6.000 Quadratmetern sind rund 15.000 Lilien in rund 300 verschiedenen Sorten zu bewundern. Die Tulpe aber ist weltweit wie eine optische Ikone der Niederlande. Es ist daher unvermeidlich, dass sie bei Keukenhof im Mittelpunkt steht.

Flower Power ist das Keukenhof Thema in diesem Jahr. Grelle Farben, Hippies, Frieden & Musik: Flower Power kennzeichnet die Atmosphäre der frühen 70er Jahre. Ein tolles Thema um den 70. Keukenhof Geburtstag zu feiern. Flower Power, die Kraft der Blumen!

Blumenzwiebeln spielen aber auch andernorts eine große Rolle. In Noordwijk zum Beispiel. Aus den sorgfältig in Winter gepflanzten Blumenzwiebeln zeigen sich die schönsten Kreationen der Natur: Krokusse, Narzissen, Hyacinthen und natürlich die Tulpen.


Ende März beginnt die Krokussaison, ab Mitte April sind die Hyazinthe an der Reihe, die die Felder in den Farben rosa, violett und weiß zum Leuchten bringen. Von Mitte April bis Anfang Mai kommen die Tulpen hinzu. Und dann gibt es für Besucher eine besondere Attraktion: Einen Rundflug mit dem Helikopter über die blühenden Blumenfelder. Seit einigen Jahren ist es möglich, die blühenden Blumenfelder von Noordwijk aus in großer Höhe zu bewundern. Über dem „Bollenstreek“ hat man dazu noch einen schönen Blick auf den Küstenstreifen von Noordwijk und das weite Dünengebiet: www.noordwijk.info/bloemen

Und vom 10. bis zum 14. April ist Blumenkorso; Von Noordwijk aus nach Haarlem und zurück. Der Umzug besteht aus über 20 Prunkwagen und ungefähr 30 üppig mit Blumen geschmückten Limousinen, musikalisch begleitet von mehreren Musikcorps und Kapellen. Am 30. und 31. Mai und 1. Juni folgt schließlich das "Ibiza Festival". Das ist ein Hippie Markt wie auf Ibiza mit verschiedenen Mode- und Accesoirenständen. Das Festival findet in Noordwijk aan Zee auf dem Köni-gin Wilhelmina Boulevard, der Oranje Promenade und am Vuurtorenplein statt.

In der Provinz Flevoland gibt's einen  neuen Nationalpark 

Die Niederlande haben einen neuen Na-tionalpark. Der „Nieuw Land National-park“ liegt in der Mitte des Landes, zwischen Ijsselmeer und Markeermeer, der ehemaligen Zuiderzee, in der Provinz Flevoland. Das Besondere an diesem, rund 29.000 Hektar großen Naturgebiet ist, dass es durch Einpolderung des Mee-res geschaffen wurde. In den 1940er Jah-ren hatte man das Gebiet als Schutz vor Hochwasser und Sturmfluten trocken-gelegt. Ab sofort können Touristen dort trockenen Fußes die Natur entdecken.

Die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten gab jüngst be-kannt, dass sie Nieuw Land den Status eines Nationalparks zuerkannt habe. Da-mit haben die Niederlande nunmehr 21 Nationalparks.


„In NieuwLand geht es um mehr als um die Natur. Es ist auch eine ansprechende
Geschichte über die Niederländer“, so die Ministerin. Nieuw Land, das aus den Naturgebieten Oostvaardersplassen, Lepelaarplassen, Markermeer und Marker Wadden besteht, ist einzigartig und typisch holländisch, weil es durch die Ein-deichung der Zuiderzee entstanden ist. Die Natur hat fast vollständig den ganzen Raum der Gegend eingenommen. Dieses Spektakel ist durch die langwierige Zu-sammenarbeit aus Mensch und Natur entstanden. Die Provinz Flevoland –  größ-ter Polder der Welt –, das Markermeer und auch das Ijsselmeer fanden in der Zähmung der Zuiderzee ihren Ursprung.

Das Seengebiet Oostvaardersplassen beherbergt eine erstaunliche Vielfalt an Tieren, darunter Wildpferde. Bei den Lepelaarplassen handelt es sich um ein Sumpfgebiet auf ehemaligem Meeresboden. Und im Markermeer entsteht der-zeit ein künstliches Inselreich; ein Eiland ist bereits seit September 2018 für die Öffentlichkeit zugänglich, es gibt dort auch einen Naturhafen, an dem Privatboo-te anlegen können.Der Nationalpark Nieuw Land liegt in der Nähe von Amster-dam, zwischen den Städten Almere und Lelystad in der Provinz Flevoland.


HOLLAND: Gerade erst eröffnet: „Rembrandt und das Goldene Zeitalter der Niederlande“

Vom jungen Rembrandt bis zur virtuellen Schiffsreise

Im Mauritshuis in Den Haag (Bild)ist das Themenjahr „Rembrandt und das Goldene Zeitalter der Niederlande“ durch Prinzessin Beatrix der Niederlande eröffnet. Die frühere Königin startete damit offiziell den Veran-staltungsreigen, mit dem das ganze Jahr lang in Holland des Todes von Rembrandt van Rijn vor 350 Jahren gedacht wird. Das Themenjahr ist eine Kooperation des Niederländischen Büros für Tourismus & Convention (NBTC) mit zahlreichen Museen und Städten.

Auf Seiten der Ausstellungshäuser sind unter anderem das Fries Museum in Leeuwarden, das Mauritshuis, die Amsterdamer Museen Het Rembrandthuis, Rijksmuseum und Scheepvaartmuseum, das Museum de Lakenhal in Leiden und das Museum Prinsenhof in Delft beteiligt. Sie alle zeigen 2019 Ausstellungen zum Thema „Rembrandt und das Goldene Zeitalter“, als die Niederlande wirtschaft-lich und kulturell in voller Blüte standen.


Die Zeit des 17. Jahrhunderts können Touristen aber auch in verschiedenen nie-derländischen Städten noch heute erleben. Neben den Metropolen Amsterdam und Den Haag beteiligen sich daher zudem kleinere Städte wie Delft, Dordrecht, das als Wiege des Goldenen Zeitalters gilt, Haarlem, Hoorn, Rembrandts Geburtsstadt Leiden oder das zeeländische Middelburg an dem Themenjahr. Unser Bild links zeigt ein Selbstbildnis von Rembrandt van Rijn (1606-1669), aus dem Jahr 1634 (Oil on panel); zu sehen in Leiden.


Prinzessin Beatrix besichtigte auch die neue Ausstellung „Rembrandt und das Mauritshuis“, die nun bis 15. September für die Öffentlichkeit geöffnet ist. Das Museum zeigt hier zum ersten Mal seine gesamte Rembrandt-Sammlung in einer Schau.


Weitere Ausstellungshöhepunkte im Themenjahr sind „Rembrandts soziales Netzwerk“ (1. Februar bis 19. Mai im Rembrandthaus in Amsterdam), „Alle Rembrandts“ (15. Februar bis 10. Juni im Rijksmuseum Amsterdam), „Pieter de Hooch – Delfter Maler des Goldenen Zeitalters“ (11. Oktober bis 16. Februar im Museum Prinsenhof Delft), „Der junge Rembrandt“ (3. November 2019 bis 8. Februar 2020 im neu eröffneten Museum De Lakenhal in Leiden).


Das Schifffahrtsmuseum in Amsterdam lädt das ganze Jahr über zu einer Virtual-Reality-Zeitreise ins Goldene Zeitalter ein.

NEU IN LEIDEN:  Das „Young Rembrandt Studio“

Leiden, die malerische Studentenstadt im Westen der Niederlande, hat eine neue Attraktion: Das „Young Rembrandt Studio“. In dem Gebäude, in dem der große niederländische Meister Rembrandt van Rijn malen und zeichnen lernte, können Besucher heute mehr über sein Leben erfahren. Rembrandt wurde 1606 in Leiden geboren und verbrachte seine ersten 25 Lebensjahre in der Stadt. Im „Young Rembrandt Studio“ wird ab sofort in einer siebenminütigen Video-Animation auf diese Phase seines Lebens zurückgeblickt. Der Film gewährt den Besuchern einen Einblick in den Werdegang des Meisters  und zeigt, was ihn besonders macht, welche Materialien er verwendete und was ihn inspirierte.

Das Museum Catharijneconvent in Utrecht und 14 Kirchen sowie zwei Synagogen

DAS „GRÖSSTES MUSEUM“ DER NIEDERLANDE

Die Kathedrale von Haarlem, die Munster-kerk in Roermond und die Walburgiskerk in Zutphen schließen sich dem „Größten Muse-um der Niederlande“ an. Dabei handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen dem Museum Catharijneconvent in Utrecht und 14 Kirchen sowie zwei Synagogen im ganzen Land. Deren Ziel es ist, das religiöse Erbe der Niederlande bekannter und zu-gänglicher zu machen. Idyllische Dorfkir-chen gehören genauso zum „Größten Muse-um der Niederlande“ wie beeindruc-kende mittelalterliche Basiliken in der Stadt.


Bild links zeigt in Oudenbosch die Basilika St. Agatha und Barbara, Foto: Arjan Bron

Seit der Eröffnung des „Größten Museums der Niederlande“ 2017 haben rund hunderttausend Menschen die Kirchen und Synagogen von der kleinen Maria-kerk in Krewerd (Groningen) bis zum Utrechter Dom besucht und die besonde-ren Geschichten, die Architektur und Kunstwerke in den verschiedensten Kir-chen der Niederlande kennen gelernt. Durch den Anschluss der drei neuen Kir-chen gehen die Initiatoren vom Museum Catharijneconvent in Utrecht (ebenfalls eine ehemalige Kirche) gemeinsam mit den anderen Gotteshäusern einen weite-ren Schritt in Richtung Zugänglichkeit des nationalen religiösen Erbgutes.

Mit den drei neuen Mitgliedern wird nicht nur die Verteilung über das Land ver-bessert, sondern auch die Varietät an historischen Perioden, Architektur und Kunstwerken. Auch in der einzigen spätromanischen Kirche der Niederlande, der Munsterkerk in Roermond, der imposanten Kathedrale von Haarlem und der malerischen Walburgiskerk in Zutphen sind nun viele verborgene Schätze für die Öffentlichkeit zugänglich. Wie auch bei anderen Gotteshäusern des „Größten Museums der Niederlande“ können Besucher durch eine Audiotour in verschie-denen Sprachen zusätzliche Informationen erhalten.

Bild links zeigt die Kirche Pieterburgen in Groningen

 In der Provinz Südholland wurde eine neue Fahrrad-Route eröffnet

In der Provinz Südholland wurde eine neue Fahrradroute eröffnet. Der 33 Km lange Rundweg führt Radler durch die Städte Leiden, Katwijk und Noordwijk, entlang der Küste und durch Nationalparks. Unterwegs gibt es einige schöne Anhalt(s)punkte.

Kinder können sich auf dem Dünenspielplatz nahe des Nationalparks Hollandse Duinen, welcher während der Tour durchquert wird, austoben. Mit etwas Glück kann man im Nationalpark auch Gallowayrinder, Konikpferde oder Rehe sichten. Für eine Stärkung laden diverse Cafés und Restaurants auf dem Weg zur Einkehr, wie beispielsweise die Brasserie Buitenhuis im gemütlichen Gewächshaus-Stil.

Ganz in der Nähe befindet sich die Dampfeisenbahn „Stoomtrein Katwijk Leiden“, die noch in Betrieb ist und zwischen 11 und 16 Uhr stündlich Passagiere von Katwijk nach Leiden und zurück transportiert. Die 30-minütige Fahrt führt unter anderem am Valkenburgse Meer entlang und versetzt Besucher in eine andere Zeit.Ob mit dem Rad oder mit der Dampfeisenbahn, die Landschaft lädt zum Entspannen ein.

„Guck über den Deich“ – so heißt der neue Radweg entlang der Küste Gronin-gens. In der nördlichsten Provinz der Niederlande können Radler seit einiger Zeit vom Örtchen Nieuw Statenzijl, dem östlichsten Punkt der Provinz, bis zum Dorf Lauwersoog über und entlang der Deiche „fietsen“.


BELGIEN:  Wieder eröffnet  -  das AfricaMuseum in Tervuren

Ob Kulturerbe, Kolonialgeschichte oder Artenvielfalt – seit Dezember 2018 prä-sentiert das AfricaMuseum in Tervuren nach fünfjähriger Renovierung seine um-fangreiche Sammlung der Öffentlichkeit. Auf mehr als 4.500 Quadratmetern, ver-teilt auf 24 Säle und Durchgangsräume, können Besucher im Königlichen Muse-um für Zentralafrika wichtigste Epochen der Geschichte Zentralafrikas kennenler-nen: von den alten König- und Kaiserrei-chen bis zur Entstehung der heute souve-ränen Staaten Kongo, Ruanda, Burundi.

Das Museum liegt nur 15 Kilometer vom Brüsseler Stadtzentrum entfernt mitten im Grünen und zeichnet sich auch durch seine besondere Architektur aus. Das ursprüngliche Museumsgebäude, das ein Abbild des Pariser Petit Palais ist, steht unter Denkmalschutz und wurde nach den Originalplänen des Architekten vollständig restauriert.                www.africamuseum.be


Nach Peter Paul Rubens feiert man jetzt Pieter Bruegel

Viele der schönsten Kunstwerke Westeuropas hat Flandern vom 15. bis zum 17. Jahrhundert hervorgebracht. Bis heute inspirieren die flämischen Meister viele Kunstfreunde zu einem Besuch in den flämischen Kunststädten. Von 2018 bis 2020 sind die flämischen Meister das zentrale Thema einer großen Kampagne.
Unter dem Motto "Flämische Meister 2018-2020" bieten die flämischen Kultur-städte bis ins nächste Jahr ein Programm mit hochklassigen Ausstellungen und Veranstaltungen. Den Auftakt machte "Antwerp Baroque 2018. Rubens inspires".

Denn aus Antwerpen ist Rubens (Bild) nicht wegzudenken, seine Genialität wirkt bis heute nach. Über 50 Werke sind permanent in Antwerpen zu sehen; vier allein sind in der gotischen Liebfrauenkathedrale zu besichtigen. Weitere Highlights sind im Rubenshaus, seinem früheren Wohnhaus und Atelier, ausgestellt.

Nachdem 2018 also Rubens und Barock im Fokus der Feierlichkeiten standen, blickt man 2019 anlässlich des 450. Todestages auf Pieter Bruegel (Statue links ) und sein ausdrucksstarkes Werk, das in Flandern mit einer beeindruckenden Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen gefeiert wird. So holt etwa die Königliche Bibliothek Brüssel im Bruegel-Jahr ganz besondere Stücke aus ihrem Depot und das historische Stadttor Hallepoort lädt zu einer virtuellen Reise ins Bruegel-Universum.


Das dritte Jahr schließlich ist Jan van Eyck (1390-1441) gewidmet, dem der berühmte Genter Altar zugeschrieben wird, der 2020 nach umfangrei-cher Sanierung zurück in die örtliche St. Bavo-Kathedrale überführt wird.