Im Blick Rheinberg, Köln, Bonn & Leverkusen

Die rheinischen Museen lassen allmählich wieder Publikum in ihre Häuser 

Die rheinischen Museen öffnen wieder ihre Pforten. Mit Einschränkungen natürlich, aber immerhin. So auch das Ostasia-tische Museum in Köln (unser Bild). Zusätzlich verfügen die Kölner Museen und der Museumsdienst über ein großes Internet -Angebot, das sie den Nutzern kostenlos zur Verfügung stellen. Auf dem Museumsportal www.museenkoeln.de /portal/digital gibt es spannende Geschichten rund um die Kölner Museen und ihre Sammlungen. 


Museen wieder geöffnet  -  Wie wär's denn mal "ostasiatisch" ?

 Der daoistische Unsterbliche Liu Hai, Bronze, China, Qing-Dynastie, 18. Jh., Sammlung Christel und Dieter Schürzeberg im Museum für Ostasiatische Kunst Köln, C 2018,227. Foto: RBA

Nach rund siebenwöchiger Schließung sind die städtischen Museen wieder geöffnet. Mit strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Mitarbeiter und Besucher müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und den behördlich vorgeschriebenen Mindestabstand zu anderen Personen einhalten.

"Ich bin sehr froh über die Öffnung", sagt Susanne Laugwitz-Aulbach, Beigeord-nete für Kunst und Kultur der Stadt Köln. "Denn in diesen Zeiten kommt der Kultur eine wichtige Rolle zu. Sie kann das Gemeinschaftsgefühl stärken und den Zusammenhalt fördern". Und sie verweist darauf, dass während dieser Zeit eine höchst kreative digitale Museumslandschaft entstanden sei, die den Kontakt in die Gesellschaft aufrechterhält. Mit zahlreichen digitalen Angeboten, wie virtuel-len Ausstellungsrundgängen, digitalen Sammlungen und vielem mehr.

MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln
Die Abteilung "Kunst + Design im Dialog" ist geöffnet. Sonderausstellung: Design Gruppe Pentagon bis 14. Juni. Es gelten besondereEintrittspreisregelungen. Maximal 40 Personen können das Museum gleichzeitig besuchen.


Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Die Ständige Sammlung ist geöffnet. Sonderausstellungen:  „Poesie der See. Niederländische Marinemalerei“ seit 21. Mai 2020.

Museum für Ostasiatische Kunst
Die Ständige Sammlung ist eingeschränkt zugänglich. Sonderausstellung: "Trun-ken an Nüchternheit. Wein und Tee in der chinesischen Kunst" bis 16. August.

Die für den Herbst 2020 geplante Sonderausstellung "100 Ansichten des Mondes. Japanische Farbholzschnitte von Tsukioka Yoshitoshi" (18. September) wird  verschoben. Das Museum zeigt die Ausstellung über die berühmte Holzschnitt-serie des letzten großen Holzschnittkünstlers Yoshitoshi in der Tradition des japanischen Ukiyo-e nun vom 26. Februar bis 27. Juni 2021 . Die Serie lässt die Geschichte und die Mythologie des alten Japan lebendig werden. Sie wird durch die museumseigene Sammlung mit Objekten ergänzt, die sich alle auf die japanische Mond-Kultur beziehen.

Das Triptychon „Fujiwara Yasumasa spielt bei Mond-schein Flöte“ bildet den Höhepunkt der Ausstellung und gilt als Yoshitoshis herausragendes Meisterwerk.

Museum Ludwig
Die Ständige Sammlung ist geöffnet. Sonderausstellung: "Stille Ruinen. F.A. Oppenheim fotografiert die Antike" (Fotoraum) bis 14. Juni 2020. Maximal 400 Personen können das Museum gleichzeitig besuchen. Aufzüge dürfen nur von zwei Personen gleichzeitig genutzt werden.

Römisch-Germanisches Museum
Das Römisch-Germanische Museum im Belgischen Haus ist seit 8. Mai 2020 geöffnet. Das weltberühmte Dionysos-Mosaik im Stammhaus am Roncalliplatz ist bereits wieder zugänglich. Maximal 20 Personen können das Museum gleich-zeitig besuchen. Ein Besuch als Gruppe ist derzeit nicht möglich.

Besuchen Sie während der Corona-Krise per Mausklick im Rahmen einer grandiosen Rundreise die attraktivsten Museen dieser Welt

Per Mausklick kann man neuerdings eine Weltreise auch durch die attraktivs-ten Museen dieses Erdballs starten. Zum Beispiel in  die National Gallery of Art in Washington. Hier sind u.a.Leonardo da Vinci, Monet, Rembrandt und El Greco "zu Hause". Man kann aber auch London, Paris oder Moskau besuchen.


Unter dem Motto "Das Museum kommt ins Haus" nutzt der ADAC in seinem aktuellen  Newsletter für ADAC Kreditkarten-Inhaber eine grandiose Übersicht von Google Arts & Culture über die Museen der ganzen Welt. Google Arts & Culture hat sich mit 1.200 Galerien und Museen weltweit zusammengetan und ermöglicht einen virtuellen Besuch der Kulturstätten.


Manche Museen bieten eine Bildergalerie der Ausstellungsstücke an, bei anderen kann man wie bei Google Street View virtuell durch das Museum schlendern. Machen Sie deshalb per Internet-Klick einen Besuch in den schönsten, verrück-testen und tollsten Museen dieser Welt.


Mit dabei sind u.a. das Musée d’Orsay in Paris, das MoMA Museum of Modern Art in New York, The National Gallery in London, aber auch das Berliner Museum für Naturkunde. Außerdem u.a. das Van Gogh Museum (Amsterdam), die National Gallery of Art (Washington DC), The J. Paul Getty Museum (Los Angeles), das Kunsthistorisches Museum Wien, das Pergamonmuseum (Berlin), das Städel Museum (Frankfurt am Main), The National Museum of Western Art (Tokyo) und Royal Collection Trust (London) .

"Mit Stich und Faden" – Die Ausstellung im August-Macke-Haus
in Bonn ist wieder zugänglich 

Einmal jährlich wird im Museum August-Macke-Haus ein Brückenschlag vom Expressionismus in die zeitgenössische Kunst gewagt. Ausgangspunkt ist das Werk von August Macke, das im Künstlerhaus in einer Dauerausstellung zugänglich ist und Macke als Gesamtkunstwerker zeigt. So ist auch die Aus-stellung „Mit Stich und Faden“ angelegt, die nach der Wiedereröffnung des Hauses am 5.Juni nun bis  1. November zu sehen ist.


Das Museum August Macke Haus erlaubt allerdings Besuche vorerst nur an den Wochenenden – von Freitag bis Sonntag, jeweils von 11.00–17.00 Uhr.

Auf Basis der zahlreichen Stickarbeiten, die Elisabeth Macke, ihre Mutter Sophie Gerhardt und ihre Großmutter Katharina Koehler nach Entwürfen von August Macke ausführten, untersucht die Ausstellung erstmals das Phänomen des Stickens innerhalb der Kunst der Expressionismus. Ausgesuchte Objekte dieser Epoche treffen auf signifikante Positionen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die sich diesem besonderen Medium in ihrem künstlerischen Schaffen verschrieben haben. August Macke, Ernst Ludwig Kirchner, Wassily Kandinsky, Gabriel Münter, Franz Marc und andere stickten, um ihre Malerei in den Raum und damit in den Alltag zu übertragen und Kunst und Leben miteinander zu durchdringen.

50 Jahre Bläck Fööss  -  Große Schau im Kölnischen Stadtmuseum


Die Bläck Fööss und ihre Gondel vor dem Museum

Seit nunmehr 50 Jahren gehören die Bläck Fööss zu den erfolgreichsten Kölner Mundart-Musikgruppen. Anlässlich dieses Jubiläums widmet das Kölnische Stadtmuseum der „Mutter aller kölschen Bands“ und ihrer Geschichte eine große Sonderausstellung: „50 JOHR BLÄCK FÖÖSS: Die Jubiläumsausstellung“.

Als erstes Großobjekt traf die „Bläck Fööss-Gondel“ der Kölner Seilbahn im Stadtmuseum ein. Die Gondel, die seit 2016 eingesetzt wird, ist nicht zuletzt eine Hommage an die vielen Konzerte der Bläck Fööss im Tanzbrunnen, einem Veran-staltungsort in direkter Nachbarschaft zur Seilbahnstation „Rheinpark“. Band-mitglieder und Management hatten die Grafik der Gondel damals mitentworfen.


In der Ausstellung wird die rund 400 Kilogramm schwere Seilbahn-Kabine die Besucher begrüßen – als erstes Objekt einer unterhaltsamen Zeitreise durch 50 Jahre Bandgeschichte. Präsentiert werden einzigartige Objekte aus dem Privat-besitz der Band ebenso wie Erinnerungsstücke der Fangemeinde – und Expona-ten zu den stadtgeschichtlichen Themen, die Bläck Fööss-Lieder prägten. Mit zahlreichen Hörstationen und einer Mitsing-Box erwarten die Besucher zudem auch musikalisch viele Überraschungen.

Das Römisch-Germanische Museum ist seit Dezember geschlossen

Der Museumsbetrieb wurde stattdessen im Belgischen Haus aufgenommen

Das Römisch-Germanische Museum (RGM) ist wegen einer Totalrenovierung bis auf weiteres in das Belgische Haus nahe dem Neumarkt umgezogen (Bild links).  Das Museumsgebäude am Roncalliplatz wird generalsaniert.


Das Belgische Haus bietet die Möglichkeit, alle wesentlichen Funktionen des Museums, also Museumsbetrieb, Bodendenkmalpflege, Bibliothek, Inventarisa-tion, Studiensammlung, Restaurierung, Ortsarchiv und Verwaltung, an einem Standort zu versammeln. Auf rund 1.000 Quadratmetern wird in der Cäcilienstra-ße zu den wichtigsten Themen der antiken Stadtgeschichte Kölns eine umfang-reiche Interims-Ausstellung eingerichtet.

Im Museumsgebäude am Roncalliplatz müssen die gesamten baulichen und haustechnischen Anlagen saniert und den gesetzlichen Normen und Anforderun-gen an einen modernen Museumsbetrieb angepasst werden. Für die Sanierung und Neugestaltung ist ein Zeitraum von rund sechs Jahren vorgesehen. Im Jahr 2025 ist die Neueröffnung des sanierten Hauses geplant. Das RGM gehört seit seiner Eröffnung am 4. März 1974 zu den meistbesuchten Museen der Stadt Köln und zu den bekanntesten archäologischen Museen in Deutschland.

RheinRomantik in einer umfangreichen Sammlung im Siebengebirgsmuseum  

Königswinter hat eben mehr zu bieten als nur den Drachenfels

Königswinter, der Drachenfels

und das Siebengebirge – diese klangvollen Namen stehen für Höhepunkte des Landschaftser-lebnisses am Rhein. Das Sieben-gebirgsmuseum in Königswinter stellt diese Rheinlandschaft in den Mittelpunkt. Eine besondere Facette stellt die Entwicklung des Rheintourismus zwischen Kunst und Kommerz dar.

Mit rund 500 Kunstwerken ist die private Sammlung RheinRomantik eine der wichtigsten deutschen Sammlungen zur Entwicklung der Malerei im Rheinland im 19. Jahrhundert. Die Sammlung konzentriert sich auf die Düsseldorfer Maler-schule, auf englische Aquarelle und frühe Koblenzer Künstler. Hier werden regel-mäßig Teile der Sammlung RheinRomantik zu ausgewählten Themen der rheinischen Kulturlandschaft gezeigt.

Die Ausstellung nimmt den Besucher mit auf eine Reise. Hier erfährt er, was ein Reisender im 19. Jahrhundert in seinen Koffer packte, wie er unterwegs war und wo er logierte. Damals moderne Verkehrsmittel wie ein Dampfschiff kann man ebenso bewundern wie den bis heute populären Eselritt auf den Drachenfels.


In Wesel ist das neue Niederrheinmuseum eröffnet worden

Am 18. März 2018 ist das neue LVR-Niederrheinmuseum Wesel eröffnet worden  (Bild). Aus dem ehemaligen Preußen Museum wurde nach Über-nahme durch den Landschaftsver-band Rheinland und einem dreijäh-rigen Umbau das neue Ausstel-lungshaus für niederrheinische Geschichte. Die erste Sonderaus-stellung präsentierte  denn auch Geschichte und Entwicklung der Grenzregion vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert.

Im Haus der Geschichte Bonn:  "Deutschland seit 1945"

Die Ausstellung ist internationaler und emotionaler geworden


Die Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn "Unsere Geschichte. Deutschland seit 1945" ist internationaler und emotionaler geworden und mit neuen Objekten noch aktueller geworden. Bundespräsident Steinmeier hatte das Museum für Zeitgeschichte erst im Dezember 2017 wiedereröffnet.

Die revolutionären Umwälzungen in Osteuropa und der DDR sowie der deutsche Wiedervereinigungsprozess bilden einen neuen Schwerpunkt auf Basis des gegenwärtigen Kenntnis- und erheblich verbesserten Objektlage. Der Service-roboter "Eva" und eine Paketdrohne stehen für die neuen Technologien. Trüm-merteile vom World Trade Center in New York zeigen die Gewalt des terroris-tischen Angriffs am 11. September 2001. Ein Boot aus dem Mittelmeer, das der Kölner Kardinal Woelki nach Deutschland holte und dem Museum überließ, steht gemeinsam mit anderen Ausstellungsstücken für die Massenflucht nach Europa - eines der wichtigsten Themen der Gegenwart und Zukunft. Originalobjekte, anschaulich in Szene gesetzt, erzählen "Unsere Geschichte". - Der Plenarsaal des Deutschen Bundestags in Bonn, ein Kino und eine Eisdiele aus den 1950er Jahren gehören ebenso wie eine Kaufhausfassade aus der Wirtschaftswunderzeit zu den attraktiven Ausstellungseinheiten.